thum, ohne welchen Du nicht so selig arm sein könntest). Ichhabe wohl, als ich wo nicht besser, doch schuldloser war, einWesen Deiner Art gesucht, dem ich mich ergeben könnte, daß esmich führe und treibe; denn ich bin ein Kind und ein Greis,die herrlichsten Menschen waren meine Gesellen; aber sie gingenihrem Werke nach und ließen mich stehen und grüßen mich noch,und Einer hat mir ein himmlisches Wort gesagt: „Mensch, hilfdir selber, so hilft dir Gott!"--—
Wir stehen recht rührend und ernst gegen einander über,zwei Geister, die sich diesseits nicht gefunden und von unerfüllterSehnsucht getrieben, nach einem heiligen Strome eilen, sich zuerquicken, erblicken sich da, und Du hast Alles, was mir fehlt,und das verlorene Leben schreit mich bei Deinem Anblick an. Olass' mich trinken aus Deiner Hand, denn Du sollst mich heilen;aber ich verdiente Dich nicht, sonst hätte ich Dich früher gesehen,doch heilen sollst Du mich; ich will Alles, Alles aus DeinenHänden nehmen! Du Gütige, wie reich bist Du, Alles, was Duberührst, wird werth! O, nun weiß ich, warum es mich manch-mal so zur Erde zieht, daß ich an sie niedersinken möchte und siemit bitteren Thränen um Erbarmung anflehen; es war DeineSpur im Thau, die mich hinabgezogen.
Du hast mir zwei Geschenke gemacht, die mir das Liebstesind, was ich habe. Deine Lieder, die ich abschreiben will undDir die Abschrift zustellen, ich weiß, Du gibst mir noch mehrere;denn ich will Dir mein innerstes Leben geben, daß Du mir helfest,es zu Jesu bringen. Ich glaube, daß Gott Dich mir gesandt.
Kennst Du den Lebensglanz auf dem Antlitz des Sterben-den? Ach, das bist Du mir! Kennst Du den Blumenkranz,der der Braut aufgesetzt wird, und dem--Opferlamm und denTodten? Das bist Du mir. Kennst Du den letzten Wunschund Willen dessen, der zu Gerichte geht? Den Becher Weindes armen Sünders, in dem er die. Sonne- des verlorenen