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des Herzens ausgestattet, eines der ausgezeichnetsten und gelieb-testen Wesen ihres Geschlechts.
Die rechte Gesichtsseite meiner Freundin habe ich noch nichtrecht beschaut; am ersten Abend, da ich sie sah, schien sie mirstrenger und charaktervoller, als die linke, welche voll Seele undGemüth ist. Ihre Augen gefallen mir nicht ganz, und mehr,wenn sie niederblickt, als wenn sie anblickt, im letzten Falleverbergen sich die Augenlieder beinahe zu sehr. Ihr Gesicht istvoll Ausdruck im Ganzen und nie zerstreut mimisch. Ich binihr sehr gut und wünsche es ihr zu beweisen. Daß sie mir ausdem Spiele durch Darreichung der Hand für ein herrliches Buchgedankt, hat mich unendlich gerührt; so laug ich lebe, ist mirnicht so lieb gedankt worden. Daß sie beim Vorlesen und Dar-stellen ohne platte Fertigkeit und ohne krause Genialität, sondernwie die geschämige, züchtige Innerlichkeit spricht, hat mich tiefergriffen, denn es ist ihr Verdienst, und ich habe es gewürdigt.Sie kleidet sich mit großer Einfachheit und Zucht, und doch mitFleiß und Bewußtsein, ihre Kleidung ist recht ehrbar.
Aber es ist über diesem Schreiben Freitag, Sonnabend,Sonntag und Montag Nacht geworden, dazwischen habe ich vielan sie gedacht und Allerlei zusammengesucht, ihr eine Weihnachts-freude zu machen, und morgen bringe ich es ihr. Sie warneulich betrübt, daß sie keine eigne Stube habe. Hat sie docheine Seele, in der sie recht heimisch ist. —° Und alles dies istein Traum.
Jetzt aber will ich ihr jenes Gedicht hinschreiben, dasich oben versprochen, und in mir die Nacht erweitern mitBetrachtung der heiligen Nacht, die morgen anbricht, und wo ichnach langer Zeit in die Christmette gehen "und auch für siebeten will. ' ' .