Weltordnung, eine Seele spielt in der anderen und die Zukunftin der Gegenwart. Daß ich ihr in dem Traum zu befehlenhatte, freut mich innig und soll sie nicht erschrecken, ich erkennedarin eine Erfüllung meines Wunsches, daß wir ernste und herz-liche Freunde werden unter dem Schutze des Herrn.
Die Katze, die sie verbarg mit dem Bewußtsein, daß sie esvor mir zu thun nöthig habe, selbst, daß ich sie schlug, als ichdie Katze bemerkte, ist auch durchaus ein Spiegel meines Innernin ihrer Seele; denn ich fühle mich zch'Niemand so innig hin-gezogen, als zu ihr, ohne daß mich nicht eine chronisch gewordeneAngst ergreifen sollte, man werde mich täuschen und mein innerstesVertrauen mit Verheimlichung betrügen. Weil ich so ganzabsichtslos, und ohne alle herkömmliche Rücksicht mich hingebenmußte, ist mein Schrecken so gewaltig gewesen, daß ich schlug;aber ich schlug nicht wegen der Katze, ich schlug wegen derVerheimlichung und auS Verzweiflung, daß sie nach so innersterErklärung und nachdem ich mein ganzes Leben mit allen Schmerzenvor ihr wiederholt, dennoch mich so wenig erkannt, und ein Thierlieber vor mir verbarg, dessen Haß sie nur in mir ahnte, alsdaß sie in mir, was ich ihr tausendmal bewiesen, lebendig gefühlthätte, wie ich Alles liebe, was sie liebt; ja, daß ich meine Seelemartern könnte, einen Gedanken zu denken, der mich vernichtet,so sie einen Beweis meiner Zuneigung drin fände.
Aber so ist es mir immer gegangen, und es ist wohl einehimmlische Gerechtigkeit, daß es Jedem so geht, der ein Geschöpfso zu lieben versucht, wie man nur den Schöpfer lieben kann,der bei einem Sünder solche Treue sucht, die nur der Erlöserhat, der sich im zeitlichen Schein des ewigen Todes Begeisterungschöpft, welche nur durch Abwendung vom zerbrechlichen Lichteder Natur und durch Einkehrung in eine verlorene ewige Herr-lichkeit nach unendlicher Demüthigung vom heiligen Geiste geschenktund nie verdient wird.-