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1 (1855) (1855)
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Winter hindurch unermüdct, und die arme Betrachtung singtimmer unten im Schachte noch das Frühlingslied, denn sie weißda unten Nichts von der Welt. So war cs bis jetzt, da einefreundliche Jungfrau vorübergeht und die Arbeiter grüßt, welcheeinhalten, damit sie das Lied aus dem Schacht besser hörenkönne. So möge denn meine liebe Freundin hören:

Meister, ohne dein ErbarmenMuß im Abgrund ich verzagen,

Willst tu nicht mit Liebes ArmenWieder mich zum Lichte tragen, u s. w.

(Gesammelte Schriften >. Band. Seite 31.)

Nun hat sie es gehört, und wenn sie es verstanden, wirdsie genau wissen, wie fromm ich bin. Nun will ich ihr auchsagen, was ich von ihrer Rede halte, daß sie nicht so gutsei, als ich sie glaube. Weuu sie mir, nachdem sie meinaufrichtiges Lied aus der Tiefe gehört, den Stein hinabwürse,den sie so sinnvoll in das Liederspiel warf, müßte sie, um nichtunter meinem Glauben an ihre Güte zu sein, wenigstens vorherrufen: Kopf weg! hier hast du einen Stein, dein Haupt draufzu legen. Wäre aber ans dem Stein noch eine Movsrinde undein wenig Thymian und ein Vergißmeinnicht wüchse drauf, undriefe sie noch hinter drein: Gott helfe dir! so wäre sie geradeso fromm, als ich sie wünsche. Ließe sie mir aber nur eineneinzigen Johanniskäfer leuchtend hinabfliegen zu seiner Zeit, oderwürfe mir ein andermal ein Osterei hinunter, oder einen Tannen-zweig mit einem einzigen Wachslichtchen nm Weihnachten, odereine Wcidenruthe mit ihren Blüthenkätzchen nm Palmsonntag,und überhaupt ein mahnendes Blatt aus dem lebendigenKalender des Christenjahrs, zu jeder Zeit, aus dem frommenWunsche, daß ich nicht ganz verlassen sein möge von den christ-blühenden Knospen des heiligen Zeitmaßes, so wäre sie frömmer,als ich eine Freundin verdienen kann.