dich, sieh mich nicht mehr, ich will für dich beten! Gewiß, gewiß,und von ganzem Herzen!
Ich armer Mensch stelle mir das jetzt so vor, und sie istmir doch eine schuldlose Freude! Geschwind will ich das herrlicheLied niederschreiben; vielleicht wird es mir anders dabei. Aberstatt des Liedes, das mir hier eingefallen, fielen mir andereLieder zu, nämlich die Augenlieder; auch dies wird helfen, undmorgen wird Alles Friede sein. —--
Am Donnerstag, als ich früh aufgewacht, genoß ich einigeAugenblicke das Gefühl der Ruhe und des Friedens in meinerBrust mit einer Art Verwunderung! Es ist doch seltsam, ichkonnte wohl eine Minute an das Wesen, das mich gestern sobewegte, mit einer ungemein stillen, friedlichen Betrachtungdenken, bis ich eine gewisse Anmuth lebendig fühlte, welchewuchs wie ein Rosenstrauch mir zu den Augen, als Fenstern,herein. Ich zog mich von diesem Rosenstrauch zurück, und erstreckte sich mir nach, bis er merkte, daß ich mich mit Bewrrßt-sein zurückzog, und zwar, um ihn zu locken. Da zückte er zurückund drückte mir Dornen ins Herz; anfangs fühlte ich dies alsein zärtliches Anschließen und guckte dem Strauch heiter insGesicht, er sah mich auch ganz ehrlich an, bald aber war AllesQual und Unruhe, die weg muß und weg sein wird, sobald siemich ^versteht und liebt als einen treuesten Freund und armen,guten Bruder. Das wünsche ich von Herzen, und weiter nichts.
Alles ergreift mich und ich thue oft Dinge mit großerLebhaftigkeit, welche ich während der scheinbar lebendigstenBeschäftigung mit ihnen, mit einer zweiten, tiefer liegendenSeele in ihrer ganzen Nichtigkeit nach dem allgemeinen Werthder weltlichen Dinge beurtheile und erkenne. Drum scheine ich oftunruhig und zerrissen, denn inniger schauende Menschen sehen