Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
206
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habe mit diesem Letzten sagen wollen, daß dieser Brief schwer inVerse zu bringen wäre, und daß Manches ein Vogel ist, was

nicht fliegt, und umgekehrt.--*-

-Arm bin ich, ärmer als der Ärmste, das soll sie

erfahren; ich habe das Leben verloren, das soll sie einsehen;aber sie soll mich nicht darum bedauern. Wahrhaftig, sie sollfühlen, daß Ernsteres, Heiligeres zu bedauern ist, als ein zeitlichverlorenes Leben. Du ehrliches Herz, könnte ich heute NachtDich in meine Brust setzen, daß Du träumtest, wie arm ich bin:Du würdest in dem Traume niederknien und für mich beten,damit ich Alles vergessen dürfte, allen Schmerz, alle Schuld undauch Dich. Ich wünschte, daß sie mich ganz verstände, ganzkennte; das ist das Theuerste, was sich Menschen geben können,ein unendliches Vertrauen. Nein! es gibt noch etwas Größeres,und das ist kein Geben, es ist ein Nehmen um des HeilsWillen.

So wollte ich denn, was mir doch sehr bitter wäre, siehätte mich lieber, als manchen Menschen, so lieb als ich siehabe, und sagte zu mir: Ich kenne dich, meide mich, ich willdich meiden, wir wollen uns meiden um des Herrn Willen!Das wäre ein Opfer und ich gönne es ihrer Seele, daß sie esmir bringe, daß sie stärker sei als ich. Ich habe schon vielgeopfert, aber mehr verloren! Ich wollte sie scheiden laßen ausmeiner Seele, wie eine Sonne, von der ich geträumt; denn esist Nacht in mir, und ich harre des Engels, der die Geburt desHeilands in mir verkündige. Hier fällt mir das liebste Gedichtein, das ich kenne; es ist das Einzige dieses Dichters, das einemagische Gewalt über mich hat; es gibt mir Frieden und spannteinen Himmel über mich aus, unter dem ich liege, wie ein Kindim Schooße der Mutter unter ihrem Herzen, mit keinem Schmerz,als dem des Lebens überhaupt. Dies Gedicht könnte michtrösten, wenn sie mir sagte: Rede nicht mehr mit mir! Schauein