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Nach diesen freundlichen Worten von Dir bricht mir das ganzeHerz auf, und ich wage Dir zu sagen, wie tief mich der VerlustDeines sanften und lebendig schönen, einfachen Weibes gerührthat. Über den Tod kann man nicht sprechen und nicht trösten^Durch den Tod selbst ist der Trost nur möglich. Der Schmerzist eine Gestalt im Leben wie ein Gespenst; man kann ihn bannendurch das Siegel des Heilands, und man kann Freund mit ihmwerden und vertraut durch die einzige Trostquelle im Leben,durch die Leiden des Heilandes. Die Gewohnheit des Lebensist so stetig, ununterbrochen Und fesselnd, daß wir über dasAlltäglichste, über das Sterben erschrecken. Und doch ist es derTod allein, der uns in das gemeine, werthlose Leben, in demwir eingefangen, ohne Ahnung höherer Bestimmung blind fort-rollen, Aussichten reißt, ohne welche dieses Leben für Jeden, derSolches zu ahnen fähig ist, Verzweiflung wäre.
Als ich den'Hingang Marien's hörte, trat ihr Bild in seinerganzen schönen, blühenden Lebensfülle vor mich, die liebliche Mutterin schönem Gleichgewicht und Ebenmaße weiblicher Schönheit, eineHuld der Erscheinung, die alle Umgebung mit dem Behagen ihrerin sich ganzen und schön getragenen Harmonie der Seele unddes Leibes erfüllte. Lieber Georg! Ich habe für Marien einezärtliche Liebe gehabt, und in ihrer Nähe war ich immer glücklich.Ich bin in meinem Leben nur drei Frauen begegnet, in deren 'Nähe die Furien ihren Gepeinigten verließen, unter diesen istnur Marie die gewesen, die mir am nächsten war. Ich konntein einem Menschen nie etwas Höheres erkennen, als diese heiligeGewalt durch das bloße Dasein über fremdes Weh. Also ist 'es doch gewiß, daß nur Gott ein dauernder Gegenstand derLiebe ist, lehrte mich die schlagende Nachricht von ihrem Todabermals sagen. Ach, selbst die himmlischen Bilder, auf welche er-den Spiegel seiner Huld ergossen, zerbrechen und sind ein Staub!Wer verdient zu leben, wenn solche herrlich ausgerüstete Lebens-