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gehöre ich. Die Erinnerung an alle die Meinigen, Brüder undFreunde im Reich hat mich so tief innerlich gerührt, daß ichmich auf meine Stube zurück begab und herzlich weinte. Tausendfrüher und später angeknüpfte Hoffnungen und Wünsche für "Andere und das eigne Leben sah ich so ganz verwandelt vormir. Wenn man lang allein lebt, so verliert man den Maß-stab seines Anspruchs an sich selbst, und sieht man die Freunde,oder hört von ihnen, so tritt man vor einen Spiegel underschrickt; nicht über eigne Armuth, sondern über die krankeZärtlichkeit des Herzens, das noch vermag, sich nach menschlicherErquickung zu sehnen, nachdem es durch tausend bittere Schläge vomHerrn belehret worden, daß kein Trost, keine Hilfe sei, als in ihm.
Als ich alle Grüße und das ganze Weben unseres Stammesvernommen, haben mich zwei Dinge innig gerührt. Erstens:daß Deine Tochter Clödchen, als sie Savignh's Bettinchenvorzählte, wie viele Oheims sie habe, mich auch genannt hat.Ich werde dem guten Kinde dies nie vergessen, denn in demtiefen Gefühle von Einsamkeit, in dem ich lebe, ist mir derGedanke, daß ein unschuldiges Kind meinen Namen als deneines Angehörigen nennt, ein schönster Trost. Zweitens hat esmich innigst bewegt, daß Du Gundel gesagt, es soll Dich freuen,wenn ich Dich den nächsten Sommer in Rödelheim besuchenwollte. Lieber Georg! Wenn es mir auch der Himmel nichtvergönnt, daß ich Dich wiedersehe und die Deinigen, so hat michdieses, Dein freimüthiges, unerbetenes Anerbieten doch innigerfreut und gerührt. Ich empfinde bei aller meiner Armuth dietiefe Freude, daß ein Bruder an mich gedacht hat, der früh durchseine Bestimmung nothwendig eine andere Richtung nehmen mußte.Wir werden, wir müssen Alle wieder Zusammentreffen in derLiebe Gottes. Die Freundschaft und reine Liebe der Brüder unter-einander aber ist ein tröstendes Gefühl der Annäherung; es istdie Ahnung, daß wir blinden Wanderer nicht irre gegangen.