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Geiste Sailer's, Fenneberg's und Deiner Freunde? Was ist einStatthalter Christi, der seinen Herrn nicht da zu verstehen imStand ist, wo er am lebendigsten erscheint? Wie kann ein Papstlebendig vom Geiste Christi durchdrungen sein, der (so frommals der jetzige) Gallerten für Antiken erbauen und den RitterCanova krönen läßt? -— Hier breche ich wieder ab. Was gehtmich alles dies an? Warum lockt mich der Satan immer indiese Kritik? Habe ich ein Recht, zur Rechenschaft zu ziehen, daich voll Schuld und Verderben bin? Und doch muß ich immerden Splitter in dem Auge der Kirche tadeln und meines Balkensvergessen. Aus einem solchen Briefe kannst Du fühlen, warumich Dir nicht geschrieben; welchen Trieb kann ich haben, Dirwieder zu schreiben, was Dich betrüben muß? So wohlthätigmir Dein Umgang war, so lieb ich Deine treue Zucht, Stärkeund Frömmigkeit gewann, so haben viele Deiner schroff aus-gesprochenen religiösen Ansichten mich doch sehr gepeinigt, indemes doch gute und geistreiche Menschen gibt, die wohl gerade dasGegentheil eben so fest bekennen mögen.
Die Wahrheit aber ist nur Eine, und wohin soll man sichnun wenden in Glaubensartikeln, die man nicht durch Verstehen,die man nur durch Glauben empfangen-kann? Ich für mich selbstkann keinen Glaubensartikel in meiner Seele recht fest halten,als die Güte des Guten, die Bosheit des Bösen und meineinziges Gebet ist stündlich: „Allmächtiger, erbarme dich meiner!"— Hier ist abermal eine Lücke! —
/ ' Was unterbricht mich immer im Schreiben? Ach, es istdie Last, die sich ewig zurückwälzt auf meine Brust. In allenUnternehmungen: warum soll ich Dieses, soll ich Jenes thun?Es ist vergebens. Auch mein Schreiben an Dich ist vergebens;was nützt es Dir? Und mir, mir bringt es Schaden. MußtDu nicht mit Verachtung lesen, was mich selbst gegen micherbittert, wenn ich es wieder lese? Der Frühling regt sich; dann