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empfinde ich immer eine ganz eigenthümliche Angst; sie hängt >äußerlich mit unbestimmter Erinnerung, innerlich mit unbestimmterSehnsucht zusammen. Oft wird mir dann das ganze Leben zurLast, an dem ich nie viele Freude gehabt, und ich sehne michnach einem Ziele, das reiner und ewiger ist, als alles Treibenum mich; aber wie, wie es erlange^l^/
Die Welt ist so verwirrt; ein Jeder ruft: Hier, hierist der rechte Weg! und darüber komme ich zu Nichts. Sogehe ich aus Scheu, mich ganz von der katholischen Kirche zutrennen, nicht zu dem trefflichen Hermes, dessen Kirche mirzuerst im Leben den Eindruck einer Gemeinde gemacht, undwo mich Nichts stört und Alles anzieht, und dennoch bleibtmir in unserer Kirche gar Nichts, was mich recht innerlichverbindet. Der Priester ist in unserer Kirche zu magisch abge-sondert, es ist kein rechter Mensch und auch kein Gott, undselten ist er so voll des heiligen Geistes, daß man nicht überalldie Manier und den Kirchen-Comment vorherrschen sehe. Ichfühle durch und durch, daß mir religiös nicht zu helfen ist, alsdurch das Anschließen an einen Menschen, dem ich unbedingttraue und den ich innigst liebe, und daß ich dann allen eignenWillen aufgebe und ihm gänzlich folge wie ein Knecht. Dasgänzliche Unterwerfen unter einen geistlichen Obern entsprächemeiner Natur allein; dieser müßte mich an sich bannen durchdie göttliche Atmosphäre der Unschuld und Frömmigkeit, undmich leiten wie einen freiwilligen Blinden, denn mir selbst kannich nicht trauen.
Am lebendigsten fühle ich daher einen Wendepunkt inmeinem Innern nahen, weil mich alle Künste und Strebungen,die ihr Centrum mit Bewußtsein im zeitlichen Leben haben,nicht in hohem Grade mehr interessiren. Die schönsten Gemäldeund Dichterwerke erregen zwar das angenehme Echo allesErreichten in meiner Seele; aber auch die heftige Sehnsucht,