bezeigte, ist cs gewiß, was Sie irre an mir machte. Mir wirdes nie so wohl werden, daß sich mir Einer nähert ssund mirsagt: Ihre Arbeit hat mir gar keine Freude gemacht; sagen Siemir doch, woran mag es liegen, es interessirt mich ungemeines zuwissen, wie ein geistreicher, unphantastischer Mann nur so vieltreuen Fleiß an eine Arbeit legen kann, die mir auch gar keinenEindruck macht? Mir kann es so wohl nicht werden, hierüber zuerstaunen, oder zu denken der Kerl ist naiv wie der Teufel;denn die Canaille sagt mir immer, was ich selbst weiß und wasich fühle, denn mir gefällt selbst Nichts von dem Meinigen, undweiß ich leider, wo es fehlt; es fehlt daran, daß ich es nichtweiß. Nun aber habe ich mir Alles ausgedacht, was ich nochnirgends gelesen und gesehen, und wonach ich dürste: Farben,die mir vorschweben und zu denen ich die Bilder in allenGallerien umsonst gesucht; einen Hintergrund unergründlich, unddoch nah und wehend, wie der Himmel und die Hölle, und einenVordergrund wie Wiesengrün, Lämmer und Rosen und eineLinde, ein Altar und ein stiller Brunnen, dabei schlummert einKind im heißen Mittag, und einen Mittelgrund wie wandelndeJungfrauen und Jünglinge, liebend und betend; links Bürger-kampf auf offenem Markte, rechts Tempelbau, über das Ganzeragend ein Thurm von falscher Philosophie und dem Teufel alsWetterableiter; am Himmel aber niedcrsinkend ein Gewitter unddrüber ein Regenbogen, durch den Aurora tritt u. s. w. Unddaran arbeite ich, mir zur Quassia, die mir allen Schmerz über-bittere, zum Honig, der mir alle Süßigkeit übersüße; aber sowohl wird mir nicht, daß es mir gefalle und den Anderen miß-falle, nein, es mißfällt mir allein. Mein lieber Fouquö, ichwill Ihnen sagen, was ich vergaß, da ich Ihnen sagte, IhrSigurd sei mir Nichts. Ich vergaß zu sagen: ich freue mich vonganzer Seele, daß das Genie^seine Grenzen hat, die Tugendaber nicht, und daß Sie mir wie ein Tugendhafter erscheinen
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