Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
156
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Derselbe an Denselben.

Berlin den ^8. Mr? ZAO.

Herzlich danke ich Ihnen für Ihre freundliche Antwort aufmeinen ersten, Ihnen zu lang erschienenen Brief. Mir durfteich es nicht versagen, Ihnen so viel zu schreiben, als es mir

von Herzen ging, da ich sonst wenig und selten schreibe.-

Die reizenden Spielkarten haben meine Sehnsucht, daß Ihnenmein Gedicht nicht ganz mißfallen möge, wieder recht sehr regegemacht, und ich werde Ihnen nächstens den bis zur letztenÜberarbeitung bereits vollendeten Theil zusenden. Da ich esselbst aufschreiben muß, hält mich dies etwas auf, indem ichgerade in der letzten Zeit mich zum Fortarbeiten, von welchemviele traurige Verhältnisse mich entfernt hatten, wieder gesammeltfühlte, und ich Ihnen doch ein organisches Fragment mittheilenmöchte.

Zeit 26 .

Als ich mich lieber gleich zur Abschrift entschloß, erlebte icheine doppelte Geduldsprobe. Erstens, das kleine Abschreiben,um es Ihnen gleich mit dem Briefe senden zu können; und dannendlich, da ich beinahe fertig war, goß ich das Tintenfaß darüberund mußte nun die Hälfte zum zweiten Male schreiben. Darumkommt dieser Brief so spät. Mögen Ihre Augen es vertragen,so kleine unzierliche Schrift zu lesen! Mich hat es oft geärgert,daß ich es so geschrieben; denn ich fühle jetzt wohl, daß Sieleicht aus Unbequemlichkeit des Lesens das Ganze zum Kuckuckwerfen dürften. Ich sende Ihnen die sieben ersten Romanzen.Sie können aus ihnen ungefähr den Ton und die Farbe desGanzen beurtheilen. Im Folgenden wird es durchaus mannig-faltiger. Der bürgerliche Krieg der Bolognesen zwischen den