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Empfindung doch mehr aus Mode sich an- und eingebildet, undvielleicht von einem Anderen ebenso, wie von Rumohr, denAntrieb, katholisch zu werden, empfangen.
Sie werden ans meinem Brief ersehen haben, daß dasGanze noch nicht vollendet ist; da es mir aber die größteErmunterung ist, freudig und angestrengt fortzuarbeiten, wennSie sich zu meinem Wunsche entscheiden: so sende ich Ihnendie acht ersten Lieder, aus welchen Sie die Art, den Gang undden Werth oder Nnwerth genugsam einsehen werden, um mirsodann bald Ja oder Nein zu sagen. Denn, wenn ich auchNichts von meiner geliebten Arbeit sagen darf, so darf ich dochsagen, daß sie gewiß kein Schwanken des Geschmacks erlaubt,und daß sie Ihnen entweder zuwider, oder sehr lieb und keines-wegs indifferent sein kann.
Was Sie mir, verehrter Freund, über Ihre Ansicht derKunst, und die Art, wie Sie zu wirken wünschen, und wie Siees allein mögen, in Ihren beiden gütigen Briefen mittheilen,kann nur die große Achtung, welche ich bis jetzt für Alles, wasich von Ihnen erfahren habe, vermehren; um so weniger wünscheich, daß Sie irgend eine Äußerung über Kunst von mir mögebeleidigt haben. Ich wollte nur sagen, was mich von Gesehenemvorzüglich berührt hat, und daß die meisten neueren Arbeiten,die nur die schmutzige Schleppe einer längst verschwundenenGestalt sind oder eine tradirte Manier, die nie weiß, wassie thut, mich anekeln. Entweder ist Einer ein Künstler inseiner Zeit getragen, — das waren die Alten in ihrer Kunstzeit,eine Kunstfamilie, eiü Kunststaat, — oder er ist es über seineZeit hervortretend, oder sie sammelnd und in sich erbauend. ")
*) Dieser Brief wurde wie es scheint nicht abgesendet, sondern statt seinerder folgende.