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Derselbe an Denselben.
Berlin 1810.
Es hat mir sehr leid gethan, daß Sie mein langer Briefin die Verlegenheit gesetzt hat, nicht zu wissen, was ich mitdiesem Brief gewellt. Daß Sie ihn beantworten möchten, war-mem Gedanke nie; wie kann man ein Gemälde, ein Thier,; irgend einen Gegenstand beantworten, die bloß gesehen und ihrErscheinen aufgefaßt wissen wollen? Vielleicht bloß dadurch, daß^ man sie sieht und wie Adam im Paradies ihnen Namen gibt.Sie irren sich also, wenn Sie sagen, Sie hätten den Entschlußgefaßt, meinen Brief nicht zu beantworten. Es war vielmehr diemenschenfreundliche Gesinnung in Ihnen, mir nicht Unrecht oderWehe zu thun, wenn Sie mir auf Etwas antworteten, wasIhnen, wie Sie schrieben, keinen Eindruck von bestimmter Artgemacht. Wer kann ans eine Biographie antworten?
Mein Brief an Sie hat im Anfänge Nichts gewollt, alsIhnen einen Menschen nähern, der Sie und alles gute Bestrebenehrt. Unbekannt mit Ihrer Art und nur erfreut und erquicktdurch Ihre Frucht, nahte ich mich Ihnen, wie der unschuldigeMensch sich allem geliebten Unbekannten, ja selbst seiner eignenSeele, seinem Geschick, seiner Zukunft und auch wohl seinenGöttern nähert, indem er sein Herz ergießt, unbekümmert, wieer ausgenommen werde, oder ob er es überhaupt werde; er willnicht, er muß. Auch war in meinem Briefe kein Bestreben,Ihnen irgend einen bestimmten Eindruck zu machen, ich wollteIhnen nur sagen, daß ich Sie liebe aus Ihren Werken, und daßich den herzlichen Wunsch habe, Sie möchten eine Erfindung vonmir mit der Ihrigen begleiten, damit sie mir selbst mehr Freudemachen könne. Denn, wenn gleich eine Mutter das Kind in ihremSchooße schon liebt, und es auch nach der Geburt liebt, so sind