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Philosophien wieder construiren: sie haben das Recept, wo aberdie Apotheke ist, weiß Gott! Wie werden sie sich helfen, wennder böse Volant den Krautgarten verwüstet und ihnen Mäusekothfür Coriander reicht? Auf diese Art werden in hundert Jahrendie Fußstapfen alter Bildnerei bald ausgetreten sein, und wird sehrbequem die Philosophie dann sagen können, wie sie gewesen sein müsse.
Ein Bild, das mich sehr ergriffen, und nm welches Deutsch-land durch Nachlässigkeit gekommen, ist eine Madonna mit demKinde von Dürer. Es lag in Baden-Baden in der Verlassen-schaft einer alten Markgräfin lang im Sequester, und sollteetwa vor vier Jahren für die Regierung verkauft werden. DerTermin wurde nicht hinreichend bekannt, und der französischeGesandte erwarb cs nm einen höchst mäßigen Preis. Dies Bildschien mir das meiste, was ich von Dürer gesehen, zu übertreffen,und hat die Merkwürdigkeit, daß es in Stellung, Drapirungund dem Gesichte der Madonna an jene Raphael's: die Zsräinieregenannt, auffallend erinnerte; nur daS Kind, welches Maria hierans dem Schooße hat und ihm eine Kirsche reicht, ist ganzDürerisch; es steht zu untersuchen, wer von beiden Künstlerndem anderen vorgearbeitct hat. Ein Maler in Baden besitztnoch eine Durchzeichnung davon, die man erhalten konnte.
Ihre Abhandlung über die Farben habe ich gelesen, und wieein Kind; da ich der unwissenschaftlichste Mensch bin, den die Sonnebescheint, glaubte ich Ihnen gern. Denn wer die Ausbeute tieferund abstrakter Untersuchung mit so einfachen bescheidenen Wortensä liiivom demonstrirt, der hat wenigstens Wahrscheinliches gesagt,indem er das Kreuz der Wissenschaft auf seine Schultern genom-men und demüthig dem Meister nachgetragen, der der Weg istund die Wahrheit, und in dessen Fußstapfen der einfachen Lehrebereits die neuen Weltweisen mit hinlänglicher Hoffart ihreGöttliche Drei und deutlich gewordene Viere wieder hineinlegen,um sie darin auszubrüten. Eine Nachricht, die Sie vielleicht