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von schlechtem Geschmacke, verneinend beantwortet. In einermodernen Stadt der sieben freien Künste hat man den Stndien-anstalten ein ausgezeichnetes Cabinct von Kupferstichen gegebenund eine Halle voll schöner Abgüsse der Antiken, und diesen einenphilosophirenden Professor der Malerei beigesellt, dessen Philosophiedas Unendliche suchend, Alles von leiblicher Form und Farbe ent-kleidend, ihm die Malerei unmöglich macht; dessen unmöglicheMalerei vor der nackten Wahrheit erbleicht und, von einer Gänse-haut des Schreckens überfröstelt, weder vor der Blöße dieserWahrheit zu erröthen, noch sie, die sich nicht nach der Deckestrecken will, zu bedecken vermag: so daß der Künstler im Schweißeseines Angesichts mit der Rechten immer bekleidet und mit derLinken immer entkleidet, sich selbst, ein Ding, das vor dem Spiegelsich Gott ähnlich dünket, stammelt: ich bin, der ich bin.
Hier, wo zu gleicher Zeit ein tüchtiger und redlicherPhilolog und Philosoph seinen Schülern und Freunden dieÄsthetik und Kunstgeschichte und das Lob der alten Meister nachden neuesten Ansichten fortwährend vorträgt, kaufte ich am Tagenach meiner Ankunft einen ganzen alten Altar mit vielen, sehrschönen Bildern um zwei Gulden, den die Bürger hinauswerfeuließen, um sich einen elenden architektonische» Altar, den sie anseiner zerstörten Abtei gekauft, Hinsehen zu lassen, und der Küster,der ihn mir verkaufte, der seit fünfzig Jahren die Lichter vordiesen Bildern angesteckt, lieferte mir die eine Hälfte der Gemälde,woraus er sich einen Abtritt gebaut hatte, aus seinem Hause. —Dieses war der letzte Altar seiner Art in dieser Stadt, und wäreich eine Woche später angekommen, so wäre auch er schonvernichtet gewesen. Keiner der dortigen Kunstenthnsiasten, welchetheils ihr Evangelium aus dem Athenenm, aus Wackeuroder'sund Tieck's Phantasien haben, sich aber weiter vor Selbstgefühlnie umsehen, hat je darauf geachtet. Diese Herren ließen dieWelt untergehen, denn sie können sie nach verschiedenen Natur-