Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
146
Einzelbild herunterladen
 

Sie interessircn könnte, so werde ich es Ihnen gewiß mittheilen,aber was kann es Ihnen wohl helfen, da ich kein Nrtheil habe,sondern nur ein Wohlgefallen? Der Weg, den Sie betreten haben,ist um so rühmlicher, als er wahrscheinlich ein einsamer bleibenmuß; ja, was ist einsamer, als die Philosophie, da sie sich selbstverlassen muß, um sich zu belauschen? Ihr Bestreben ist mirdaher stets so achtungswerth und rührend erschienen, da Siegewissermaßen die Augen schließen, um in sich hinab zu steigenund zu sehen, wie Sie zum Sehen gekommen; denn an solchemBestreben sehe ich, daß das Leben der Kunst wahrlich verlorenist, indem der Künstler sich umsehen muß in sich selbst, um dasverlorene Paradies aus seiner Nothwendigkeit zu construiren.

Wenn Ihnen Mittheilungen über gothische Baukunst in Ihremganzen Umfange, wie ihn Köln, der ganze Rheinstrom bis Straß-bnrg, auch Schwaben und Franken darbieten, so auch überdie kölnische Malerschule und andere unbekannte, alte Meister,erwünscht sind, so wird Ihnen ein ernsthafter, geistreicher, jungerLiebhaber und Sammler in Köln, Herr Sulpiz Boisseree daselbst,gewiß mit Freuden viel Gründliches darüber mittheilen können,denn er treibt das Studium der Geschichte der gothischen Kunstausschließend, und ist in dem Augenblick beschäftigt, eines ihrerherrlichsten Monumente, den kölnischen Dom, wie auch diegemalten Fenster des Chors, in einer Reihe von Blättern herauszu geben. Er hat längere Zeit mit Schlegel dort gelebt, ist eintrefflicher Mensch und schien mir eine Anlage zur Klarheit zuhaben, so viel als ich ihn kannte. In Deutschland wüßte ichNiemand, der sich ernster mit dieser Kunst beschäftigte. EinenGrundriß und das Frontispice dieses Doms mit interessantenNachrichten über sein Heiligthum finden Sie in Orombnclmbistoria trium re^um, kolio 16 ich weiß die letzten Zahlennicht auswendig. Auch finden sich in Quaden von Kinkclsbachdeutscher Nation Ehrenschatz, Quart, Seite 16 einige seltene