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grausamen Phantasie sich in mir wiederspiegelnd, über michergangen. Es ist vorüber. Verloren durch Muthwillen habeich nichts; der Tod hat mir genommen, was das Leben mirgegeben, und ich erkenne ruhig die Hand Gottes. Das Talent,l Dichterwerke zu lieben und zu verstehen, und, was ich selbstliebe und verstehe, zu dichten, würde ich gewiß lauter vor derWelt ausgesprochen haben, wenn nicht Alles, was ich dichtenmochte, zu sehr die heiligere Geschichte meines Innern gewesenwäre, als daß ich es ohne Frechheit in das laute untheilnehmendeTagewerk der Welt hätte fügen dürfen. Bei dieser Art vonZurückhaltung verlangte ich bald nach dem, was ich doch selbstbesaß, und da es mir von Außen nicht gegeben wurde, soverzehrte ich endlich meinen eignen Überfluß, so daß ich baldmeine znrückgehaltene Freigebigkeit in Durst verwandelt sah.Mein Paradies war untergegangen, nur sein Firmament standnoch über mir; meine Berge waren nicht mehr, aber derSchimmer ihrer Abendsonne schwamm noch in der Luft. MeinSelbstgefühl glich der abgelösten Farbendecke eines im Wasserversunkenen Pastellgcmäldes, welche noch kurze Zeit oben schwimmt.Ich hätte es vielleicht behutsam wieder ausfassen können, aberich sah lieber so lange lächelnd hinein, bis heftig stürzendeThränen es verwirrten, und der widerliche Gedanke, daß durchdas Auffassen solcher schwimmenden Farben marmorirtes Papiergemacht wird, machte, daß ich dem geliebten Bilde noch einenernsten Scheideblick gönnte, und mich dann mnthig den Wellenübergebend, es an meiner Brust scheitern ließ. Nach dieser Zeitempfand ich stets in mir eine bestimmte Neigung zu gewissenBildern und Zusammenstellungen, zu einer gewissen Färbung,und ich sehnte mich, ein Gedicht zu lesen, ein Gemälde zu sehen,eine Blume zu riechen, einen Geschmack zu empfinden, derenEindruck mir die Wunden hätte schließen, den Schmerz derNarben hätte stillen können. >Die bittersten Arzneien, z. B.