Ich selbst überläffe eS Ihrer Gefinimng, mir die Bedin-gungen zu machen, und mache Ihnen nur bekannt, daß ich selbstbei vielen Ausgaben beinahe keinen Gewinn habe, als dasendlich vielleicht als ein Ganzes mir und allen Gutgesinntenvorzulegen, was Solche im Einzelnen oft bewegt und erhebt.Ihre gute Gesinnung aber, die mir entgegengekommen, rechternstlich anzüsprechen, halte ich für meine Pflicht, und bitte Sie,nach allen Seiten hin für unser Werk zu sammeln, denn esgehört ein Herz dazu. Ist Ihnen vielleicht die Hofbibliothekzugänglich? Enthält sie nicht alte, gedruckte Liederbüchlein von1500 bis 1600, meistens Quart und Qneroctav, oder garHandschriften? Sein Sie so muthig, Ihr gutes Borhaben rechternstlich fortzusetzen, und wäre auch nur der Erfolg, daß wirrecht gute Freunde würden, so ist das heutzutage doch schonrecht viel.
Ich glaube, Lichtenberg hat mir einst von Ihnen, alsseinem Freunde, gesprochen. Von sich läßt er keinen Menschenreden, ja, er selbst schweigt still. Ich habe gehört, er sei angestellt,und sagte Nichts dabei, als: es wäre doch besser, als wenn erEtwas angestellt hätte. Grüßen Sie diesen lieben Freund underinnern Sie ihn, daß ich es war, der ihn mit der zinnernenZauberflöte bekannt machte. *)
Doch ich muß wieder ernsthaft werden und Sie um Ver-zeihung bitten, länger bei Ihnen verweilt zu haben, als Sie beimir, dafür empfehle ich mich aber auch kürzer.
Ihr
Clemens Brentano.
") Der erwähnte ist der Provinzial-Com,»issSr von Lichtendcrg, der I8»s inMainz starb.
Die Flöte bezieht sich auf SchelmusSkp, der auch später so im BOGSvorkommt.