Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
124
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ist dieser Brief von Dir, o Du geliebtes Weib, nun weiß ich,daß Du ein Herz hast, daß Du nicht kalt bist, nun bist Dumir deutlich geworden.

Savigny hat Deinen Brief auch mit freudigem Herzklopfengelesen; er sagte:Ich habe die Frau lieb, ich wollte ich könnteihr etwas Angenehmes thun." O, wie wird meine Liebe zuBettine belohnt, wenn Ihr sie Alle liebt, dann werdet Ihr michja wohl auch meiner Liebe zu ihr wegen lieb gewinnen.

Ich kann Dir heute Nichts mehr sagen. Dein Herz magDich belohnen, wenn Du Dich selbst fühlst. Gott gebe, daßIhr Alle mich noch recht lieb gewinnt, dann will ich niemalsvon Euch wanken.

Ist der arme Schwab krank und Du läßt ihn malen?Sieh', das ist ja auch aus meinem Herzen, lieb Weib, wie bistDu gut! Ich besitze einen prächtigen Rosenkranz von einemalten, kölnischen Erzbischof, wenn ich wüßte, daß er dem SchwabFreude machte, ich wollte ihn ihm durch Bettine schenken lassen.

Ich muß Bettine noch einige Worte schreiben und anMinchen Günderode, und es ist kaum noch zehn Minuten Zeit.

Mit der nächsten Post schreibe ich Dir wieder, denn dasEis ist mir in Dir aufgegangen und ich will mich auf demStrom erfreuen.

Clemens.

Derselbe an Dieselbe, von der Hand seiner Amugeschrieben.

Jena.

Es ist sehr all eins, ob man mit der Feder oder mit derHand wechselt, ob.man faul, müde vder krank ist, der Buchstabe.soll Nichts als deutlich fein, damit er den Sinn ausspreche, und