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aus. — Mache, daß sie zu Dir kommt, das Offeubacher Lebentaugt nicht.
Hier lege ich ihr einen Brief bei; es ist eine kleine Abhand-lung über Lüge und Wahrheit *) im weitesten Sinne. Sie sollDich ihn lesen lassen; aber gib ihr ihn bald. Auch Dir wirder Freude machen, und Du wirst ihn wahr finden. Es ist bloßeine Hochachtung für mein Zutrauen auf Bettine, eine Achtung,
die man auch dem Kinde schuldig ist, daß ich ihr versiegelt
schreibe; Du kannst den Brief von ihr fordern. Ich wünsche,
daß Du ihn lesest, damit Du mich immer mehr kennen lernst,
endlich so genau, als ich Dich schon kenne und liebe. Schickeihr den Brief gleich. Sie hat ihn vielleicht lange entbehrt, obschonsie kurz hintereinander drei von mir hat und ich keinen. Duweißt ja wohl, wie gerne man liebt und wie nngerne schreibt.
Ich komme Ostern mit Savigny; mache doch, daß Bettinedann in Frankfurt ist bei Dir, wenigstens so lange ich da bin.
Dein
Clemens.
Derselbe an Dieselbe.
Marburg.
Vor wenigen Augenblicken erhalte ich Deinen Brief. AußerBettinen's ersten Briefen habe ich nie eine Zeile erhalten, diemich so gerührt hätte. Ich habe oft in den Bergwerken, wodas Silber geschmolzen wird, mit Sehnsucht geharrt bis derglänzende Sud hervordringt; man nennt es den Silberblick.Es ist einer der erfreulichsten Anblicke. Ein solcher Silberblick
*) Siehe Frühlingskranz I. Seite 152 .