Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
120
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Sei so gut, mir bald zu schreiben. Deine Briefe sind mirimmer so lieb. Du drückst, was Du sagst, so bestimmt, wahrund herzlich aus, daß ich mich oft über diese Bildung einerWienerin wundere.

Wenn es Dir Spaß machen könnte, Deine kleinen Bemer-kungen über Frankfurt, über das gesellschaftliche und moralischeWesen dieser Stadt niederznschreiben und mir als Materialmitzutheilen, würde es mich sehr freuen, denn ich gedenkenächstens bei mehr Muse etwas über Frankfurt für ein sehrgelesenes Blatt zu bearbeiten.

Clemen s.

Derselbe an Dieselbe.

Marburg beu 22. Februar 180Ä.

Für Deinen letzten freundlichen Brief danke ich Dir herzlich,wenn er mir gleich in Etwas die Hoffnung benahm, Therese zuerhalten, nach welcher ich ein ziemliches Verlangen habe; dennsie thut mir beinahe eben so Noth, als dem Herrn Scoti, undDu bist gewissermaßen mein Doctor Hufnagel, den ich nach ihrschicke--

Mit nächster Post schicke ich Dir ein kleines Geschenk fürDeine Bibliothek, weil ich weiß, daß Du Bücher ehrest und ihnennicht das, Büchern so gewöhnliche, Schicksal in unserem Hausangedeihen läßt. Was ich gebe, achte ich immer, so wie denMenschen, dem ich gebe, und es schmerzt mich, meine kleinenGeschenke oder die Menschen zu verlieren, denen ich gebe.

Du bist in Dir sehr ruhig und siehst auch Andere ruhigan. Du siehst sie wenigstens an, ohne Etwas von ihnen zuverlangen. Daher ist das, was Du mir über Savigny schreibst,