Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
117
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Derselbe an Dieselbe.

Marburg Januar il8OÄ.

Ich habe Dir, seit ich ein Ehemann bin, noch nichtgeschrieben und fange die Correspondenz gleich mit einem Ehe-geschäft an. Sophie wünscht einer Magd versichert zu sein, diein ein paar Monaten zu ihr kommen könnte und mit Kinder-warten umzugehen weiß, denn unsere jetzige Magd könnte wohleher einen Stier bändigen, als ein Kind einwiegen. Mir istdabei die Therese Behein eingefallen, die nach Allem, was ichvon ihr weiß, sich recht gut dazu schicken mag; denn jede Magd,die ich nicht kenne, werde ich nicht gern bei meinem Kinde sehen.Wenn diese Person nun zu haben wäre, welche mich selbst inzartester Kindheit schon so vortrefflich gewiegt, daß meineGedanken genugsam durcheinander gekommen, so melde mir es;überhaupt melde mir, inwiefern sie dazu taugt und was mit ihrzu bedingen ist. Ich glaube, sie wird sich gut zu meinemWeibchen schicken.

Dieses Weibchen grüßt Dich herzlich. Ich erzähle ihr immeralle die Witze Deines Mannes und Deiner Kinder, und wollte,Du könntest mit ihr sein; sie hat Alles, was sie zu DeinerFreundin machen kann. Recht hübsch wäre es, wenn Du DeineAntwort an Sophie adressirtest, die über diesen Punkt, und denihrer herzlichen Freundschaft für Dich, gern einige freundlicheReden mit Dir wechseln wird. Mich selbst wirst Du durch dieseAnnäherung erfreuen, denn ich ehre Deine Briefe als echt undgeistvoll, und empfinde, daß Du Deine schriftliche Mittheilungstets sehr rein und würdig erhalten hast.

Von Franz erhielt ich heute einen Brief mit Rechnungen.Wunderbar ist es, daß ich bei jedem Briefe von ihm bis zuThränen gerührt werde. Ich kenne keinen Menschen außer ihm,