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Ich bleibe noch einen Monat hier; die hiesige Truppe, diefür das Schauspiel bei weitem besser, als die Frankfurter ist,wird mein Stück aufführen, ich schreibe schon daran.
Ach, was habe ich für Dinge gesehen: die herrlichen Alter-thümer in Köln, die schlechten Menschen überall, die himmlischenBilder hier. Ich wohne wie ein Engel hoch in Lüften einsamund sehr schön. Die schönsten Bilder der Gallerie hängen inKupfern in meiner Stube. Meine alte Hauswirthin ist einWunder der Freundlichkeit und Güte und recht wohlfeil. Waswill ich mehr? Das will ich Dir gleich sagen. Ich habe einenlebendigen Rosenstock auf meiner Stube, die Madame hat ihnmir gegeben, ich soll ihn einer schönen Frau geben. Die fehlt.Wilhelm Meister, was bist du ohne Marianne?
Grüße Franz, Georg, Gundel und Bettine; ich schreibeEuch bald artige Sachen. Lasse diesen Brief lesen, damit siewissen, wie es mir geht. Ich habe Euch Alle recht lieb.
Sollte Franz mich Jemand hier empfehlen können, daswäre mir unendlich lieb, obschon ich einige angenehme Bekannt-schaften habe. Mein Aufenthalt ist mir von großem Nutzen,und ich bin sehr froh. Laß mir durch irgend Jemand baldschreiben; die Gundel thut es gern.
Dein
Clemens.
?8. Ist Herr Schwab noch gesund? Ich habe ihn heuteNacht im Traume sterben sehen und im Schlafe sehr geweint;wenn er noch nicht todt ist, so wird es ihm unmöglich etwasschaden.
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