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Die Klage, sie wecketDie Tobten nicht auf,
Die Liebe nur decketDas Leben Dir auf.
Mein Leben ist nicht froh, und daß Dein Kind todt ist,jammert mich und erschreckt mich. Es ist der dritte Beweis füreine sonderbare Eigenschaft in mir. Ich schrieb Dir, was ich Dirdamals schrieb, sehr gerührt; ich war von dem traurigen Schau-spiel eines sterbendes Kindes zurückgekehrt, dessen Tod ich vierTage vorher, da es ganz gesund war, ahnete und die Mutterbenachrichtigte; nachher ist cs wieder so gewesen und MathildensTod überrascht mich nochmals und viel trauriger.
Grüße den guten Ludo und Judono, ich denke, wenn mirein Bischen wohl ist, immer an ihr Unglück mit inniger Ver-ehrung ihrer schönen, duldenden Seelen; ach! außerdem habe ichselbst vielen eignen Kummer; die Sophie besonders kränkt michsehr mit ihrer stummen Liebe, — ich liebe sie nun nicht mehrum meinetwillen, ich liebe sie um ihretwillen, denn es liebensie eigentlich Wenige.
Derselbe an Dieselbe.
MsSMrl den 15. Nmiriiilier 1802.
Wenn mich Raphael, Rubens und Banderwerf nicht sobeschäftigten, so hätte ich Euch früher geschrieben, und auch dasWenige, das ich diesmal schreibe, hast Du der Madonnavon Carlo Dolce zu verdanken. Das Jesuskind ist so wunder-schön, daß Du mir einfielst mit Deinen Hoffnungen. O könntestDu dies Kind sehen, oder vielleicht schon, hättest Du es gesehen!