Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
113
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Was von allen diesen heiligen Reizen, die das schöneDasein vollenden, in Dir ist und in Deinem guten Mann (und,o wie seid Ihr um Euere Fülle zu beneiden), das ist nun EureMathilde, und wie Ihr das Alles in Eurer Brust, in regerThätigkeit, durch Euch fühlet und weiter bildet, so bildet IhrEure Mathilde, die Nichts verlor, als die Gestalt. Denn waswar dies liebe Bild anders, als ein Reflex aus Euren liebendenAugen, um den sich die Gestalt eines holden Kindes gelegt hatte.Deine Mathilde ist aus einer schönen Idee des Künstlers zueiner Bildsäule geworden, und nun ist sie wieder das schöneJdeenbild des Künstlers. Sieh' dem guten Franz in die Augenund weine nicht so sehr. Umarme das Leben, das Dir nochgestattet ist, und sprich Deinen heiligen Sinn in einem anderenWorte aus. Es wird nicht wieder Mathilde heißen, die hataufgehört ein Wort zu sein, sie ist aus dem Buchstaben, ausdem plastischen Dasein, dem Körper, zurückgetreten, sie ist einzartes Abeudgemälde, eine Erinnerung geworden.

Die Klage, sie wecketDen Tobten nicht auf,

Die Liebe nur decketDen Vorhang Dir auf.

Man liebt und was immerDas Leben belebt,

Mit fassenden SinnenDie Augen erhebt.

Das zarte Umfassen,

Es löst sich so bald,

Die Augen erblassen,

Es stirbt die Gestalt.

Die Liebe, sie schicketDie Klage ihr nach,

Die Liebe, sie blicketDen Tobten bald wach.

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