Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
112
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wird mir auch immer lieb sein, wenn Du und Franz sich überdas Glück freuen, das mir begegnen kann, mein Unglück sollt Ihrauch nie erfahren. Gott gebe, daß meine Familie durch mißver-standenes Helfenwollen es nicht befördert und es als ihr Werkerfahren muß. Wache, wenn Du kannst, daß Franz mir gut bleibe.

Noch eine Bitte, sei der unglücklichen P. nachgiebig, Duübersiehst sie so sehr, daß Du das Mädchen glücklich machenwürdest, wenn Du Dich und Deine Güte ihr zur Freundin

Derselbe an Dieselbe.

Ohne Dntlliii.

Ich bin recht sehr durch Deinen Brief erschüttert worden.Ach! wir fassen das Leben nur mit den zärtlichen Blicken, mitdenen wir es ansehen, wir haben keine Macht in den Armen,als die, zu umarmen. Es gibt keinen Trost in der Welt, keinenGewinn und keinen Verlust, als die Liebe, denn es gibt Nichtsals Liebe. Als einen Engel sich ein liebes Kind zu denken, dasseine Gestalt verloren hat, und dies ist die einzige That desTodes, ist sehr schwer, denn wir denken nur, was wir sehen,was wir sahen, und so wirst Du die ehemalige Mathilde immersehen, wie sie war, wenn Du sie Dir als einen Engel denkst.Aber, liebe Frau, gib Dir ein höheres Leben, das Du vorVielen im Busen trägst und heimlich verbirgst wie den Busen,in die Arme und fühle, daß Du auch lieben kannst, was Dunicht umarmst, daß Du Dinge lieben kannst, die Dir keineliebliche Gestalt mehr zeigen, so hast Du Mathilden nie verloren,so liebst Du sie wie den Geist der Natur, wie den Geist derReligion, wie den Geist der Liebe, wie Deinen Geist.