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1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
80
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sonnverbrannten, doch blaffen, schönen Zügen, in grauem Rock,den Hut tief in der Stirne, in die Wohnung des MalersProfessor Schlotthauer, Glockenstraße Nr. 11 in München, nachdem Hausherrn fragend, der abwesend war. Als die fromme,einfache Hausfrau ihm dies berichtete, fragte er: wer sie sei? undrief, als er's gehört hatte: „Das ist recht! Ich bin ClemensBrentano und möchte gern bei Ihnen'wohnen, wollen Sie michaufnehmen?" Die Versicherung, daß dies unmöglich, da nichtRaum für ihn im Hause und schon andere Miethsleute aus-genommen, wies er zurück, mit Zuversicht behauptend, daß manPlatz für ihn habe, da er sehr wenig bedürfe, daß er arm,krank, verlassen sei, daß die Andern leicht ein Unterkommenfinden würden, und so fort. Da er dennoch keine Zusicherungder Aufnahme erlangen konnte, fragte er, wo Schlotthauer zufinden und entfernte sich.

Am Abend erzählte der Eheherr seiner Frau, daß Brentanobei ihm gewesen und dasselbe Gesuch au ihn gestellt habe, undnochmals erkannten die Gatten nach gemeinschaftlicher Berathnng,daß es nicht möglich, ihn aufzunehmen.

Gegen Abend des folgenden Tags erschien aber, ohne daßsie Weiteres von ihm gehört hatten, Clemens, gefolgt von einemKärrner mit Gepäck, vor Schlotthauer's Wohnung und verlangteeinzuziehen. Keine Gegenvorstellung schreckte ihn zurück und diegutmüthige Hausfrau räumte ihm endlich ihr bestes Zimmerein, aus welchem er am nächsten Morgen die guten Meublesentfernte und tannene Tische, Büchergestelle u. s. w. statt derselbenaufschlug. Nach gewohnter Weise brach er dann einen Fuß auseinem Stuhl, um ihn zu seinem Sitze geeignet zu machen,hängte ein hölzernes Salzfaß an die Wand, welches ihm für dieTabaksasche diente, und hämmerte und wirtschaftete so rüstig,daß die Hauseigenthümerin Klagen darüber zu erheben begann,die ihn aber nicht rührten. Er begehrte nun auch sogleich, daß