Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

7 «

Zeugniß seines damaligen Aufenthalts in dieser Stadt, bei demer mit den ausgezeichnetsten katholischen Autoritäten daselbst,Abbe Martin, Abbe Daubree, Abbe Drücke, dem Grafen Montd'Alembert, Eckstein, den Damen des 8->ore-6oeur u. s. w. vielverkehrte.

Zur neuen Ausgabe des goldenen Tugendbuches (Koblenz,Hölscher 1829), dessen Prosa von den frommen SchwesternCatharina und Anna von Hertling inS neuere Deutsch über-tragen worden, überarbeitete er aus Rücksicht für ungelehrteLeser, ohne sie zu modernisiren, die darin vorkommenden Liederund schrieb auch die Vorrede dazu (Anhang). Und als imWinter 1830 nach strenger Kälte plötzlich Thauwetter eintratund die minder harte Eisdecke der Mosel vor der des Rheinesbrach und die hochanschwellenden Eis- und Wassermassen in demDörfchen Lay viel Noth und Elend schufen, brachte sein nichtminder kunstreiches als rührendes Moseleisgangslied (gesammelteSchriften I. Seite 400), welches er mit den Worten:

„Geh' betteln armes Lied,

Geh' um von Thür zu Thür,

Sprich: diesem Haus sei Fried'!

Daß Gott die Herzen rühr'."

hinaussandte, einer besonders hart getroffenen Familie kräftige Hilfe.

Wie sehr ihn der Wunsch, durch Übersetzung und Verbreitungguter Bücher heilsam zu wirken, damals beschäftigte, lesen wirin vielen seiner Briefe; die Vorrede zu der Übersetzung derParabeln von Bonaventura (Sulzbach in der v. Seidel'schen Buch-handlung 1839), welche den Anfang einer zugleich unterhaltendenund belehrenden katholischen Bibliothek bilden sollten, ist von ihm.

Die schöne Erzählung von seinem Aufenthalt mit Sailerund Diepenbrock zu Holtwick, welche in dieser Vorrede vorkommt,ist dem Briefe an seinen Bruder Christian von 12. September1826, in welchem von demselben Erwähnung geschieht, beigegeben.