Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

7 «

nur von Oben kommen konnte und hat es nie bereut, noch wirdsie es je bereuen.

Wir freuen uns, daß wir so glücklich waren, die genanntenBriefe im Nachlasse vorzufinden, da dieselben, sowie die Briefean die Emmerich selbst, den Landrath Bönighausen, den General-vicar v. Droste-Vischering, vr. Wesener, seinen Bruder Christianund den Dechant Overberg bester als wir es vermöchten, vonClemens Leben in Dülmen und dem, was er dort gesehenund beobachtet, Zeugniß geben. Einige Briefe von Overberghaben wir eingereiht, da es den Lesern nicht ohne Werth seindürfte, das Urtheil des Clemens Brentano über diese mit denWundmahlen Christi bezeichnete, demüthige Magd des Herrn,auch von diesem würdigen Priester bestätigt zu finden. Aus !demselben Grund ist auch ein Briefchen von Sailer beigegeben.

Der erste Aufenthalt Clemens Brentano's in Dülmen hat,wie diese Briefe bestätigen, nur drei Monate gedauert. Januar1819 ging er nach Berlin zurück, um dort seine Sachen zuordnen, namentlich seine herrliche Bibliothek zu verkaufen unddann zu A. C. Emmerich zurückzukehren und sich ganz derBeobachtung dieser Begnadigten zu widmen, worin er eine ihmvon Gott angewiesene Aufgabe erblickte. Da erhielt er einenBrief, der ihn in große Verwirrung und Betrübniß versetzte.

Den guten Leuten in Dülmen, welche die Emmerich zwarrecht lieb hatten und auch nach ihrer Weise achteten und ehrten,die aber so an die wunderbaren Erscheinungen an ihr gewohntwaren, daß ihnen dieselben kaum mehr außerordentlich erschienen,war der Feuereifer, mit welchem Clemens sich dem Beobachtenund Sammeln aus dieser Wunderwelt widmete, ein stummerVorwurf, seine Fragen und Anforderungen an sie selbst unbequem,das Durchgreifen und die Entschiedenheit, mit der er, seinenhohen Zweck im Auge haltend, wohl auch zuweilen zu Werke