Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
69
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den grauen Rock wie eine Litewka, aber ohne Schnüre gemacht,hoch bis unters Kinn zuzuknöpfen und eine schwarze, nachlässigumgeknüpfte Halsbinde zu tragen. Seine frische, südlich brauneFarbe fing damals an zu bleichen, sein schönes, schwarzes, lockigesHaar sich mit weiß zu mischen. Er machte in diesem Zeiträumeja die schwersten und tiefsten Kämpfe durch, die ihm gewiß jetztOben gelohnt werden.

Im Jahr 1818 besuchte ihn sein Bruder Christian, den ersehr liebte und vor dessen scharfem, richtigem Urtheil er vieleAchtung hatte, und weckte durch seine Erzählungen über dieNonne zu Dülmen ein großes Interesse in ihm für diesewunderbare Erscheinung, von welcher er schon gehört hatte. Eräußerte gegen die Freundin, daß er Wohl Neigung habe, dieselbezu sehen, und sie bestärkte ihn sehr in diesem Vorhaben. ImSpätherbst 1818 folgte er nun seinem Bruder nach Dülmen,wohnte mit ihm im Posthause einige Wochen, kam nun auchmit Sailer in nähere Verbindung und besuchte mit demselbendie seinem Bruder Christian schon befreundete Familie Diepen-brock auf Holtwick, mit der er fortan in innigstem Verkehr blieb.

Seiner Freundin schrieb er sehr interessante Briefe vonDülmen über die wunderbaren Erscheinungen, welche er dortbeobachtete; eine derselben konnte nicht er, nur sie verstehen.Die Nonne ließ ihr nämlich sagen: sie solle den Gedankenausführen, den sie an einem bezeichneten Abend, zwischen zweiGärten durchgehend, gefaßt, und der Vers, den sie sich leisedabei gesagt, solle ihr maßgebend für den ferneren Lebenswegsein, da ihr Schutzengel ihr diesen Gedanken und diesen Versin die Seele gesprochen.

Der Schreiber konnte ebenso wenig, wie irgend ein Mensch,diese innere Begebenheit ahnen und wußte nicht, was er schrieb;die Jungfrau aber richtete ihre Schritte nach diesem Wink, der