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1 (1855) (1855)
Entstehung
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Romanzen, in welchen Hunderte von Strophen in kunstreichen,leichten Doppelassonanzen mit musikalischem Zauber hinfließen,was von Clemens gesagt worden, daß nur sehr wenige Dichter,wie er, sie in ihrer Gewalt gehabt, daß sie ihm zum Ballediente, der nach Gefallen bald zum Himmel, bald zur Erdegeworfen, jedesmal wieder, wie von selbst, in die Hand desWerfenden zurückkehrte.

Wem war es, wie ihm, gegeben," fährt der Verfasser derErinnerungen von Clemens Brentano fort,einen Gedanken,gleich einem seidenen Faden, auf das Feinste abzuspinnen? Werhat kunstreichere Reime in endlos wiederkehrendem Echospielegebildet, als Clemens Brentano? Wer konnte so viele Gedankenin die knappeste, beliebigste Form bringen, und wer konntezugleich mit so wenigen Worten eine ganze Gedankenweltumschließen, wie er? Fließt der Rhythmus seiner Verse nichtoft in so natürlicher Harmonie dahin, als seien sie von Ewigkeitzu einander geschaffen?

Ja diese seine Meisterschaft über den Ausdruck war sogroß, daß sie ihn nicht selten zu übermüthigem Mißbrauchverlockte. Er muthete dem Gefäß zu Vieles zu; von einemüberströmenden Gedanken- und Bilderreichthume bestürmt, sollteder Vers immer noch einen und noch einen Gedanken aufnehmen;ein Scherz, ein Bild, eine Anspielung, die ihm noch einfiel, sollteauch noch hinein; nie sich selbst genügend, feilte und spitzte,verkürzte und verlängerte er unaufhörlich an seinen Werken,immer darauf loshämmernd, den Gedanken erweiternd und dieForm zusammendrängend. Daher kam es, daß er, der dieschönsten und fließendsten Verse schreiben konnte, durch tyrannischeGewaltthätigkeit auch harte und gezwungene schrieb, deren Ver-ständniß, abgesehen von der Tiefe oder Dunkelheit des Gedankens,die angestrengteste Aufmerksamkeit fordert. Solcher Mißbrauchaber ist nur dem Meister möglich und auch seine taubsten