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ein stummer Vorwurf vor seinen Augen, der ihn zur Zusammen-haltung seiner Kräfte für ein großes Ziel, zur Selbstbeherrschungund Ruhe und zur ganzen Hingabe an sein Ideal mahnte.Wenn ihn daher auch das abgeschlossene, äußerlich kalte, feierlichschweigsame Wesen des ganz seinen bestäubten Folianten lebenden,jungen römischen Rechtsgelehrten gar oft abstieß, wenn er sich in derGlut seiner sprudelnden Phantasie, die gegenseitige Mittheilungund entzündbare Herzen suchte, von dem stummen Freunde, wie voneiner gefühllosen Studirmaschine, abwandte; so fühlte er sich dochauch wieder von einer unwillkürlichen Ehrfurcht zu ihm hingezogen.Ein Gefühl, welches ihn bis in die späteren Jahre seines Lebensbegleitete, und selbst im Augenblicke der Klage über den Freundsagen ließ: „aber dies hebt die Empfindung doch nicht auf,die er mir ewig geben wird, die er allein geben kann."(Marburg, den 22. Februar 1804.) Jnnigst auch freute ersich, daß er zu der Verbindung Savignh's mit seiner SchwesterKunigunde und zu der von Arnim mit Bettina Veranlassunggewesen.
„Anders war sein Verhältniß zu Arnim. Hier stand derinnigsten Hingabe nichts im Wege. Arnim war, gleich ihm,eine poetische, eben aufblühende Natur. Ein junger Freiherrvon feinen Sitten; rein und durch und durch edel und für allesEdle und Schöne empfänglich und begeistert, und es in Züchtenund Ehren hegend und pflegend, so brachte er dem Freund einoffenes, liebe- und hoffnungsvolles Bruderherz entgegen. Seineächt deutsche Gesinnung, sein heiterer, ritterlicher Muth, der allesGemeine, Unzüchtige, Niedere, in welcher Gestalt es sich ihmbieten mochte, als seines angeborenen Adels unwürdig, verachtete;seine Begeisterung, die nach einem fleckenlosen Kranze rang,waren wohl wirksamer, die Muse Brentanv's zu höhermSchwung zu beflügeln, als die besten Collegien. Arnim wurdeihm, was nicht leicht ein Anderer ihm sein konnte; denn Arnim's