brüderliche Hand war es vorzüglich, und das Bild dieser seinersittlichen Reinheit, die dem auffliegenden, jungen Adler seinerPoesie heißere Sehnsucht und höheren Muth lieh, sich über diequalmenden Nebeldünste des Godwi zu den Regionen einerreinern Romantik zu erheben. Diese aufwärts strebende Rich-tung seiner Poesie ward ihm dann später wieder eine Stufezur religiösen Erhebung und zur Rückkehr in die Kirche seinerfrühesten, gläubigen Kindheit."
Im Sommer 1801 schrieb Brentano seinen PoncedeLeon,welches Lustspiel aber, wie er in der Vorrede erzählt, durch einenZufall während vierzehn Monaten außer seinen Händen warund daher erst 1804 erschien. (Göttingen bei Dieterich in kl. 8.XVI und 280 Seiten.) Es scheint in Folge einer scherzhaftenUnterhaltung mit dem Herzog von Aremberg, dem es gewidmet,entstanden (wo dieser dem Dichter erlaubte, daß er es ihm indeutscher Sprache ausdrücken dürfe, wenn er ihm etwas zu sagenhätte, was er in französischer Sprache nicht gut denken könne),und gibt hierdurch Zeugniß für die Gesellschaft, in welcherBrentano sich damals bewegte; mit Freuden gewahren wir über-haupt, daß er stets nur den Umgang ausgezeichneter oder dochvortrefflicher Menschen pflegte, Gemeines stieß ihn ab und erdas Gemeine.
„Ich strebte damals," sagt er in seiner Vorrede (Marburg,Januar 1803), „das Komische und Edlere hauptsächlich in demMuthwillen unabhängiger und fröhlicher Menschen zu vereinigenund habe ihre Sprache durchaus frei und mit sich selbst in jederHinsicht spielend gehalten."
Obgleich von diesem Lustspiel gewiß richtig bemerkt wurde,daß ein wahrhaft dämonischer Witz darin mit der Wirklichkeitwie eine Fontaine mit goldenen Kugeln spiele und es zu demGeistreichsten gehört, was das deutsche Lustspiel aufzuweisen hat,obgleich die schönsten Lieder hineingeflochten und es der Bühne