erschienenen der Literaturgeschichte überlassen, und uns fürdernur bestreben, die äußeren Haltpunkte für sein Leben und diegeschichtliche Veranlassung und chronologische Reihenfolge seinerWerke zu berücksichtigen.
Unter den uns bekannten Recensionen ist die im Literatur-blatte von Wolfgang Menzel vom 22. und 25. September 1852eine der verstehendsten. Was dort über die Persönlichkeit desDichters selbst gesagt worden, glauben wir hier aufnehmen zumüssen.
„Der selige Clemens Brentano war eine der reichbegabtestenund liebenswürdigsten, wie liebreichsten Seelen in Deutschland;aber sein Leben fiel in eine Zeit, in welcher nichts so weniganerkannt und überhaupt begriffen worden ist, als eine innige,kindliche, naive und überall sich in ihrer unbewußten Schönheitgehen lassende Natur, in welcher endlich auch die Frömmigkeitnur für Heuchelei, oder Poetische Caprice und Phantasterei gilt.Ihm fehlte durchaus jene Berechnung und jener nur sich selbstvergötternde Egoismus, von denen sich auch unsere besserenDichter eine kleine Portion zulegen mußten, um sich beimPublikum zu insinuiren; denn das Publikum will entweder voneiner bis unter das Kinn zugeknöpften, hochtorymäßigen Vvrneh-migkeit Respekt haben, oder im Lieblingsdichter den schönstenAusdruck seiner eigenen platten Gedanken und Tagesmeinnngenfinden. So konnte nun Clemens Brentano freilich wie Goethe,oder nur wie Kotzebue oder Zschokke nicht auf den Händengetragen werden.
t„Wenige, die das Reich der neuen deutschen Poesie durch-wanderten, geriethen in die Einsamkeit jener abgelegenen Gebirgs-region, in welche zartere Geister sich, vom Marktlärmen untenzurückziehen, und verweilten beim Anblicke der seltenen Blumen,die hier aufgegangen waren. Als nun vollends über jenemwunderbaren Waldgärtlein das Kreuz sich erhob, da liefen die