dichtenden Schwester Bettina ins dunkle Haar geflochten. Ihr istauch der zweite Band des Godwi gewidmet.
Andere Zeugnisse von der innigen Verbindung, welche infrüher Jugend zwischen diesem seltenen Geschwisterpaare bestand,hat uns Bettina in ihrem Frühlingskranze gegeben.
Das Bedürfniß eine befreundete Seele zu haben, mit derer sich vorzugsweise beschäftigte, deren innerem Leben er lauschte,deren Entwickelung er beobachtete, zu fördern und zu schützensuchte, in welche er den Reichthum der eignen Gedanken nieder-legte und der gegenüber er ohne Rückhalt dem Drange derEmpfindungen Luft machen konnte, die sein unruhiges Herzbewegten, lag tief in unseres Dichters Natur. Die reichbegabteSchwester, die, unerachtet großer Verschiedenheit, ihm doch auchso ähnlich war, besonders in früher Jugend, wo ihre Bahnen,die später nach so verschiedenen Richtungen führten, noch engenebeneinander liefen, war der erste Gegenstand, der beinaheausschließlich sein Dichten und Trachten in Anspruch nahm. Inspäteren Epochen seines Lebens begegneten ihm noch verschiedeneSeelen, die er mit gleichem Eifer, mit der ganzen Kraft seinesreichen Geistes, mit der treuesten, unermüdlichsten Beharrlichkeit,ja zuweilen selbst mit reizbarem Ungestüm zu dem Ziele hinzu-führen suchte, welches ihm als das Höchste erschien.
Das Beginnen des innigeren Verhältnisses zwischen Clemensund Bettina, welche in der Kindheit meist getrennt gewesen undsich nach Jahren in Offenbach im Hause der GroßmutterLa Roche wiedersahen, erzählt uns diese im Frühlingskranz I.Seite 47:
„Meine alte Puppe von zwei Jahren! Heut' hat's michgeplagt, ich mußte sie wieder einmal betrachten, mit der ich michzum letzten Mal unterhalten hatte, als du zum ersten Mal hieherkamst, Elemente! Du weißt noch, wie ich sie geschwind unterden Tisch warf, als du hereintratst, und ich sah dich an und