Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
28
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Dem sie die Sprache verlieh'« und ihre bildende Kraft?

Schon ergreifst du die Leier, zu rächen, zu retten die Liebe,

Und ein neues Geschlecht dankt dir den freien Genuß.

Wie du hinunter jetzt steigst in das Dunkel des irrenden Lebens,In die Tiefe der Brust kehrst du begeistert zurück.

Dort die verlorene Jugend umringt von Schatten zu finden,Kühn bezwingend den. Tod führst du die Dichtung zurück.

Also zum Orkus hinab stieg einst der thrazische Orpheus,

Suchte, die er geliebt, fand sie dem Tode vertrant;

Aber die göttliche Leier bezwang des Tartarus Mächte,

Seinem Gesänge vermählt kehrt die Geliebte zurück.

Ja, schon lächelt das Licht, doch an der Schwelle des LebensFaßt ihn des Zweifels Gewalt, raubt ihm den schönen Besitz.Unglückseliger Mann! sie war dem Vertrauen gegeben,

Was dir der Glaube gewährt, kann es der Zweifelnde seh'n?Doch was fürchtetest du, dir nahe tödtend der ZweifelUnd dir mißlänge dein Werk, kühn zu gestalten den Schmerz?Dir bewahret die Liebe der Guten das schöne VertrauenUnd der kindliche Sinn schützt dir das kindliche Glück.

Heilige Jugend erscheint in deinen fröhlichen WerkenUns dann auf ewig erneut, dir dann auf ewig vermählt!

Gewiß sind diese glücklich ironisirenden Nachahmungen fürdie damalige, noch minder kritische Zeit recht merkwürdig.

Auch von dem großen Talente, welches sich später imhöchsten Grade ausbildete, Persönlichkeiten, die ihm im Lebenbegegneten, mit einigen wenigen scharfen, oft komisch witzigenZügen zu charakterisiren, legt Clemens Brentano schon imGodwi verschiedene Proben ab. So hat er im Luroau ä'espritder Mademoiselle Buttlar seinen eignen Familienkreis im Vorüber-gehen gezeichnet.

Zwei Sonette im Godwi, wobei ihm das Bild zweierseiner Schwestern vorschwebte, sind von großer poetischerSchönheit. (Gesammelte Schriften II. Seite 481 und 482.)Das letzte wurde einer Perlenschnur verglichen, die er seiner