Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
24
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so schien es, vergaßen ihre Ideale über dem Anblick.Undwer war die Zauberin?" Ach, da nennt er sie, und von demAugenblicke weiß ich nicht, wo ich bin und wie mir geschieht.Diese Menschen vergessen über Ihrer Erscheinung ihre Ideale,und ich, der die ganze Gottheit dieses Weibes kennt und fühlt ich soll sie vergessen, über dem, was ihr Ideal der Kunstnennt!""

Ich habe Dir lange nicht geschrieben, ich werde Dir auchwohl nicht viel mehr schreiben. Ich fühle mich sehr schwach.In dieser romantischen Gegend bin ich sehr gern, diese Verwir-rung zerbrochener Felsstücke, einsame Wasserfälle, überall Trümmerund Zerstörung, thut mir sehr wohl. Doch werde ich dieseT^häler bald verlassen und wieder nach Dresden gehen. Ich mußin die Welt; in diesen Einöden bin ich nicht einsam genug, undeinsam muß ich doch sein, wenn ich ihr mein Wort haltennnd leben und dichten will darum will ich zurück zu denMenschen.""-

Gegen Herbst verließ er Dresden und ging an den Rhein.Von hier schrieb er selten, aber seine ganze Stimmung drücktsich in folgenden Worten eines Briefes aus, die ich nievergessen werde:Vorige Nacht saß ich oben bei dem Schlosseder Gisella und sah unter mir den Rhein und in den dunkelnFluthen den Mond und die Gestirne abgespiegelt und von denschäumenden Wellen gegen die Felsen geworfen, als würden siezertrümmert. Sieh', so steht die Tugend und die Schönheitewig unverrückt und nur ihr Abglanz wird von unserem dunkeln,tosenden Leben bewegt.""

Dann lebte er auf dem Landhause *) von Savigny. Dieromantische Gegend und die einsamen Verhältnisse dieses Anfent-

') Das Landhaus, richtiger Landgut Savignh's, welches auch in Bcttina'sSchriften öfter genannt wird, heißt Trages und liegt östlich von Hanau.