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kennen lernte und das Jahr, das wir mit einander verlebten,sind mir unvergeßlich. Wie es überhaupt in Jena Ton war,mit Allen bekannt, mit Wenigen vertraut zu sein; denn eineanständige Freiheit schuf eine glückliche Geselligkeit, in der Jederleicht den fand, den er suchte: — so fanden auch wir, Maria undich, uns bald in einem fröhlichen Kreise gleichgesinnter Freunde.Ihr guten Jünglinge, du vor Allen treuer Wrangel, *) wo ihrauch seid, entfernt, zerstreut, Maria hat euch nie vergessen, ihrbegegnet den letzten Blicken, die er zurückwarf — neben seinemSchatten reicht mir die Hand, nicht wahr? wir lieben uns nochund vergessen ihn nicht.
„Darf ich nennen, was uns Alle verband? Ein Dichter **)hatte uns Alle geweckt, der Geist seiner Werke war der Mittel-punkt geworden, in dem wir uns selbst und einander wieder-fanden. Mannigfach von einander unterschieden waren wir, wieunsere Zeitgenossen, ohne Religion und Vaterland, wer die Liebekannte, fühlte sie zerstörend. Ohne diese Dichtungen wäre derlebendige Keim des besseren Daseins in uns zerstört, wie in soVielen. Im Genüsse dieser Werke wurden wir Freunde, inErkenntnis; seiner Vortrefflichkeit gebildet, mit dem Leben einig,zu allen Unternehmungen muthig, zu einzelnen Versuchen geschickt.Deutschland hätte unser Studium Goethe's kennen gelernt,wenn mehrere von uns Maria's poetisches Talent gehabt.Sein Gemüth war früher von einem anderen Dichter ***) berührtund seine dunkle, verstimmte Jugend konnte sich lange demheitern Genius nicht vertrauen; aber bald verdankte er ihm,daß sein Schmerz Klage, sein Unglück Kraft, seine Trauer umLiebe Streben nach Kunst wurde.
*) Der Schwede, welcher in den von Bettina herausgegebenen Zugendbriefeöfters vorkommt.
**) Goethe.
***) Hölderlin?
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