Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
16
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Herausgeber der gesammelten Schriften habe gefehlt, indem erdiesen Roman denselben nicht eingereiht, fugen wir das Bekenntnißhier an, welches der Verfasser mit edler Freimüthigkeit schonin seiner Vorrede zum zweiten Band (Juni 1800) in demGefühle, daß das Ganze eigentlich seiner unwürdig, der Weltabgelegt. Er sagt:Dies Buch hat keine Tendenz, istnicht ganz gehalten, fällt hie und da in eine falscheSentimentalität. Ich fühle es itzt. Da ich esschrieb, kannte ich Alles das noch nicht; ich wolltedamals ein Buch machen, und itzt erscheint es nurnoch, weil ich mir in ihm die erste Stufe, die freilichsehr niedrig ist, gelegt habe. Ich vollendete es zuAnfang des Jahrs 1799, hatte mich damals nochnicht der Kunst geweiht und war unschuldig in ihremDienst. Ich werde sie an diesem Buche rächen oder-unter gehen."

Dann auch, daß es in späteren Jahren hinsichtlich dersittlichen Tendenz dieses Buches der einzige Trost des Dichtersgewesen, daß er als ein junger Mensch, der noch nicht zu sichselbst gekommen und darum minderer Zurechnung fähig war,von dem allgemeinen Strudel damaliger Zeit mit fortgerissenworden sei.

Eine andere Kritik über dies Jugendwerk von ClemensBrentano (historisch Politische Blätter, 15ter Band, Istes Heft)dürfte wohl hier nicht unpassend eingefügt sein:Der erste Bandist in Briefform, einer Form eben recht bequem, sich nachHerzenslust nach allen Seiten hin in tausend Abschweifungen zuergehen; einen kunstreichen Zusammenhang in das Ganze zubringen, den Knoten sinnreich zu schürzen und das Interesse fürdie spielenden Personen zu erwecken und in steigendem Grade zuspannen, kam dem jungen Dichter gar nicht in den Sinn; sowird der unglückliche Leser genöthigt, durch die ewigen bizarren