entdeckte, daß dieselbe, Wände, Decke u. s. w. mit blauem Indigoaus dem Gewölbe ganz gefärbt war, ließ dieser neue Muthwilleihn an der Bekehrung des Wildfangs im väterlichen Hauseverzweifeln, und es wurde beschlossen, ihn nach Langensalza zueinem Handelsfreunde in die Lehre zu geben.
Mit unvergleichlichem Humor erzählte Clemens selbst vondem wunderlichen Anzug, den er sich von dem Theaterschneiderverfertigen lassen, als sein vortrefflicher Bruder Franz, der schondamals dem Vater als Associe zur Seite stand und später derzweite Vater und Vormund, ja der Schutzgeist der Familiegeworden, ihn aufgefordert, sich bei diesem Übertritt in einfremdes Haus mit einer anständigen Garderobe zu versehen.Er bestand aus einem papageigrüuen Rock nebst Scharlachwesteund pfirsichblüthfarbenen Beinkleidern. In solchem Aufputz zoger 1795 in die Ol- und Branntweinhandlung des Herrn Polexin Langensalza ein, und man wird nicht erstaunen, daß der schöne,junge, stämmige Frankfurter, mit frischen Wangen, sprühendemAuge und dunklen Locken, bald das Urbild der Stutzer und derGegenstand der Bewunderung der Schönen des stillen Land-städtchens wurde. Diese Huldigungen und der Genuß, den esihm verschaffte, die Geschäfte in Versen abzumachen und mit denBranntweinbrennereien der goldenen Aue in gebundener Rede zucorrespondiren, waren geringe Entschädigung für seine dort injeder Hinsicht peinliche Lage, und es verräth keinen geringen Gradvon Pflichtgefühl und Ergebung, daß er sich so willig hineinfügteund in der Achtung für seinen Principal und dessen Freundlichkeitgegen ihn einige Entschädigung dafür fand, wie ein Brief vonLangensalza (1796) bekundet. Auch gibt derselbe nicht nur vondem dortigen gänzlichen Mangel aller äußeren Mittel zuweiterer Ausbildung, sondern auch von seinem großen Verlangendarnach Zeugniß und wie sehr ungenügend ihm das äußerefrivole Treiben erschien.