IX
also die an einzelne Personen getrennt werden mußten, fügenwir sie hier unserem Vorworte ein.
„Wenn ein Mensch uns interessirt, so möchte man ihmgern einmal durch's Fenster schauen, wenn er sich alleinglaubt, oder noch lieber an der Thüre lauschen, wo er imvertrauten Zwiegespräch mit einem Freunde weilt; Beidesaber wäre unedel, ja unrecht und kein besseres Gemüth wirdsich je so vergessen, eben so wenig einem Anderen dazu helfen,daß er es thue.
„Die Besitzerin der nachstehenden Briefe hofft sich einessolchen Fehlers nicht schuldig zu machen durch die theilweiseMittheilnng derselben, da der edle Verstorbene alle hierausgesprochenen Ansichten und Gefühle auch wohl gegenAndere geäußert, wozu sein lebendiger Mittheilnngstrieb ihnschon veranlaßte. Es war keine Hehl und kein Versteck inihm, Verstellung und Hinterhalt ihm gar nicht möglich;dennoch ist er leider oft mißverstanden, oft der Tücke beschuldigtund eben so hart als unverständig beurtheilt worden, undMancher hat ihm Abbitte zu thnn, kann aber der Vergebunggewiß sein.
„Mögen diese Briefe denn auch Zeugniß geben von demReichthum dieses reichsten Geistes, von der Wärme diesesguten Herzens, von der Starkgläubigkeit dieser nach Gottringenden Seele!
„Wenn hier auch einige Briefstücke erscheinen, wo er inseiner krausesten Laune sich gehen läßt, oder vielmehr vonihr fortgerissen wird, so kann Wohl Niemand daran vernünf-tigen Anstoß nehmen. Es ist eben ein Arabeskenschmuck,'der sich um sein Lebensbild rankt, und den man an ihm nichtmissen möchte.
„Wenn der Verstorbene neckend oder rügend einesFehlenden oder Irrenden gedenkt, so wolle man nie bezweifeln,