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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
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Zwar können sie Wunden erhalten oder selbst den Tod erlei-den; allein unser Geist empfindet eine peinigcndere Qual,als der Körper kennt; und in dem nagenden Gefühle gegen-wärtiger Leiden so wie in der Furcht vor zukommendemElende erleiden wir einen lebenden Tod, der weit grau-samer ist, als jener, der unfern Leiden mit einem Schlageein Ziel setzt."

Seid nicht so niedergeschlagen und traurig, meine edleLady," sagte Rosa;seid vielmehr, was Ihr gestern wart,da Ihr für den Verwundeten, für den Altersschwachen, kurzfür Jeden, nur für Euch nicht, Sorge trugt, ja sogar Eueredles Leben dem Pfeilregen der Walliser aussetztet, nur umandern Muth einflößen zu können, während ich o Schandeüber mich nur zittern, schluchzen und weinen konnte, unddas ganze Bischen Geisteskraft, das ich besitze, zusammenneh-men mußte, nur damit ich nicht in das wilde Geschrei derWalliser einstimmte, oder mit denen unserer Freunde, dierings um mich her fielen, schrie und ächzte."

Ach Rosa," antwortete ihre Gebieterin,du magst nachBelieben deinem Kummer selbst bis zum Wahnsinne nachhän-gen du hast einen Vater, der für dich fechten und sorge»kann. Aber der meinige mein gütiger, edler und geehr-ter Vater liegt todt dort auf jenem Schlachtfelde, und eSbleibt mir nun nichts übrig, als auf eine Art zu handeln,die seines Andenkens am würdigsten ist. Allein dieser Augen-blick wenigstens gehört mein, mein, um an ihn zu denken, undum ihn zu weinen."

So sprechend und überwältigt von dem lange unterdrück-ten kindlichen Kummer, sank sie auf die Bank nieder, die sichau dem innern Theile der Brustwehr auf der Plattform hin-Die Verlobten. S