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da der schrillende Ton einer Harfe, aus einer Entfernung vonmehr als einer Stunde durch die mitternächtliche Stille er-klingend, verkündete, daß einige Walliser immer noch ihremLieblingsvergnügen nachhingen. Die wilden, nur theilweisegehörten, Klänge glichen den Stimmen vvrüberschwebenderGeister, und da sie an die rauhe Wildheit und unerbittlicheFeindseligkeit der Walliser mahnten, so durchfuhren sie schau-dernd Evelinens Seele, als ob sie Krieg und Wehe, Gefan-genschaft und Tod verkündeten. Außer diesen Tönen wurdedie tiefe Stille der Nacht nur noch zuweilen durch den Tritteiner Schilbwache oder das Klaggeheul der Eulen unterbro-chen, die den herannahenden Sturz der monddeleuchtetenThürme, auf denen sie schon so lange Zeit ihren Wohnsitzaufgeschlagen hatten, zu bejammern schienen. Die ringsum-her herrschende Ruhe schien mit schwerem Gewichte auf dembeängstigten Busen Evelinens zu lasten; denn sie erweckte inihm ein tieferes Gefühl ihres gegenwärtigen Leidens, und einegeschärftere Furcht vor zukünftigen Schrecknissen, als sie wäh-rend des Lärms, des Blutbads und der Verwirrung des ver-flossenen Tages empfunden hatte. Sie stand auf — setztesich nieder — ging auf der Plattform auf und ab, und bliebdann wieder plötzlich, gleich einer Bildsäule, regungslos aufeinem Flecke stehen; so schien es, als wolle sie durch dieVeränderung ihrer Stellung den Kummer und die Furcht ih-res Herzens beschwichtigen. Als sie endlich auf den Mönchund den Flamänder blickte, die im Schatten der Ballustraderuhig schliefen, so konnte sie sich nicht länger enthalten, dieherrschende Stille zu unterbrechen. „Die Männer sind glück-lich," sagte sie, „meine thcure Rosa, ihre Gedanken und Sor-gen werden entweder durch angestrengte Arbeiten zerstreutoder durch die Fühllosigkeit, welche darauf folgt, erstickt.