Wirklich vernahm man auch unter dem Heere der Walliserein dumpfes und verworrenes Getöse, gleich dem aufge-schreckter Bienen, die sich in ihren Körben zum Kampferüsten.
Erschreckt durch den hohlen und drohenden Klang, der mitjedem Augenblicke vernehmlicher wurde, schmiegte sich Rosa,die die ganze Reizbarkeit eines gefühlvollen Temperamentsbesaß, an ihres Vaters Arm an, und sagte mit bebendemFlüstern: „es ist wie das Rauschen des Meeres in der Nachtvor der großen Ueberschwemmung!"
„Und cs verkündet zu schlimmes Wetter, als daß sich Per-sonen eures Geschlechts ihm aussetzen dürften. Geht auf EuerZimmer, Lady Eveline, wenn es Euch gefällig ist. — Undauch du gehe, Röschen — Gott segne dich — ihr haltet unshier nur von dem Geschäfte ab!"
Ueberzcugt, daß sie Alles gethan habe, was ihr möglich ge-wesen sei, und fürchtend, der frostige Schauder, der ihr dasHerz zu beschleichen begann, möchte sich auch Andern mit-theilen, befolgte Eveline wirklich den Rath ihres Vasallen,und zog sich langsam nach ihrem Gemache zurück, oft nochdie Augen nach dem Orte zurückwendcnd, wo die nunmehrunter den Waffen stehenden Walliser ihre Ungeheuern Ba-taillone gleich den Wogen der herannahenden Fluth vorwärtsbewegten.
Der Fürst von PowyS Hatte mit bedeutender militärischerGeschicklichkeit einen Angriffsplan angenommen, der dem wil-den Geiste seiner Krieger angemessen und darauf berechnetwar, die schwache Besatzung auf jedem Punkte zu beun-ruhigen.
Jede der drei Seiten der Burg, die von dem Flusse be-schützt waren, wurde von einer zahlreichen Abtheilung Britten