Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

IV7

Gelder sind das Vieh, das er mir als eine einstweilige Ab-schlagszahlung an meinem großen Guthaben geschickt hat."

Gleichnisse!" rief der Mönch, vor Aerger über den ihmgespielten Streich erröthend, aus;was hat ein Bauer, wiedu, mit Gleichnissen zu schaffen? Allein ich verzeihe dir,ich verzeihe dir!!"

Ich muß also dem Walliser das Schloß übergeben, oderihm sein Vieh wieder zustellen?" fragte der unerschütterlicheFlamändcr."

Lieber gieb' deine Seele dem Satan," erwiederte derMönch.

Ich fürchte, cs gibt nur diese zwei Auswege," sagteder Flamändcr;denn das Beispiel unseres ehrenwcrthenHerrn"

Das Beispiel eines ehrenwcrthen Narren" antworteteder Mönch; dann fügte er jedoch sogleich hinzu:Unsere Frausei mit ihrem Diener dieser belgische Bauer macht michvergessen, was ich sagen wollte."

Ja, und dann der heilige Text, den Eure Ehrwürdenmir so eben angeführt haben" fuhr der Flamändcr fort.

Geh zum" sagte der Mönch,kommt es dir wohl zu,Betrachtungen über die heiligen Texte anzustellen? weißt dunicht, daß der Buchstabe der heiligen Schrift tödtet, und daßdie Auslegung allein lebendig macht. Gleichst du nichteinem Menschen, der dem Arzte, von dem er doch Hülfe undRettung erwartet, die Hälfte der Anzeichen der Krankheitverhehlt? Ich sage dir, du thörichter Flamändcr, daß dieSchrift bloß von Versprechungen, die Christen gegeben wor-den sind, spricht, und daß eine besondere Clausel da ist, diealle die Versprechungen ausnimmt, die den Wallisern gegebenworden sind."