Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
451
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Führung veranlaßt, sich in excentrischer schweifender Entwickelungder Empfindung zu enthüllen. Man ehrte und bewunderte sievon allen Seiten, Einige fühlten sich vielleicht oberflächlich erquicktdurch einige Bewegung, welche sie in die Unbequemlichkeit einesfesten Haltens an heilige, unverletzliche Formen zu bringenschien, Andere wenige bewunderten und verehrten die Allesopfernde, Alles hingebende Liebe zu Gott mitten im großenLeben an ihr, welches meistens nur die entgegengesetzte Richtungder Liebe kennt, und diese, solcher Liebe selbst geneigt, vergaßenihrer unvollkommenen Sprache und ergötzten sich, der scheinbarenSinnesrichtung vieler heiligen Seelen in ihr zu begegnen.Da aber tritt ein großer gefeierter Geist auf, durch sein Amtund seine Überzeugung berufen, über die Unverletzlichkeit derFormen zu wachen, und vor Allem an dieser Stelle; durch diekirchliche Verdammung ähnlicher bis zur Irrlehre getriebenengeistlichen Speculation in dem gleichzeitigen Molinos auf dieseGattung mehr als andere mißtrauisch, spricht er:Das sindFormen, in welchen die ewige und allgemeine Wahrheit sichnicht ausspricht, in diesen Formen hat sich der JrrlehrerMolinos schon bewegt." Auf dieses strenge Wort weicht alleBewunderung und Verehrung des Hofes von ihr; man findetes schicklicher, die Lehrerin der uneigennützigen Liebe aufzugeben,als es bequem schien, ihren verfänglich ausgesprochenen Lehrenzu folgen. Sie verläßt die glänzenden Säle des Hofes undwohnt in abwechselnder Gefangenschaft, und legt ihre Schriftenund Lehren, welche sie sonst in den Herzen gefühlvoller Seelengenossen und genährt sah, vor das strenge und unerbittlicheGericht der geistlichen Wächter über die Sprache in theologischenMaterien. Diese nun entschuldigen ihre Gesinnung, rechtfertigennach vielen betrübenden Untersuchungen ihren sittlichen Wandel,aber verdammen ihre Schriften und deren Consequenz, alsverderblich und mit der Lehre des Molinos, wo nicht in der

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