Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
427
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schädlicherer Genuß werden könnte. Ich weiß aus eigenerErfahrung, was Lesesucht durcb die Entdeckung solcher in Familienzerstreuter Büchernester für große Gefahren laufen kann. Schondas Eingehen in die Versuchung, ein Buch heimlich bei Seitezu bringen und ohne Wissen der Eltern zu lesen, wäre es auchnicht eben ein gefährliches, macht cs dazu; denn auf diese Weisewird alles Böse gelernt und geübt; es sind dieses die Wege desLugs und Trugs, der Näscherei, des Diebstahls und allesBösen. Eine fromme Mutter, welche betet:und führe unsnicht in Versuchung," muß auch Alles beseitigen, wodurch die,von denen sie Gott Rechenschaft geben muß, in Versuchunggeführt werden können. Ich zweifle zwar nicht, daß DeineKnaben zu treu und fromm von Dir bis jetzt gehütet sind, alsdaß sie Gefahr liefen, aber ich warne doch der Zukunft wegen,denn ich bin in solcher Gelegenheit in viele Versuchung einge-gangen und schwer darum beschädigt worden. Zum Beispiel:als ein Knabe von etwa zehn Jahren ward ich in Pension beieinem alten, sehr frommen Ex-Jesuiten erzogen; ich entdeckte indessen Büchersammlung eine deutsche Übersetzung von Tasso'sbefreitem Jerusalem und las sie heimlich zu meinem großenNnsegen. Die Liebeshändel von Rinaldo und Chlorinde, undbesonders die schöne Zauberin Armide verwirrten mein ganzesGemüth und legten einen tiefen, ersten unzerstörlichen Grund,aus welchem mir viel verderbliche Leidenschaft aufgegangen,so daß mir von damals bis jetzt der Tasso als ein gefähr-liches Buch für die Jugend erschienen ist. Als einen sehrguten Katechismus schaffe Dir an:Katholischer KatechismusI. Jgn. von Felbiger's, erste und zweite Klasse, Koblenz.Dritte Klasse Hadamar." Er ist der beste, den ich kenne; Duwirst besonders die dritte Klasse selbst sehr gerne lesen. Erkostet nicht viel und kann zusammen sehr leicht gebunden werden.

Deinem unverdienten Antheil an mir, den Du mir so treuund wohlthätig in meiner heimathlichen Unpäßlichkeit erwiesen