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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
426
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L26

wendig. Wie verehrt und allgemein empfohlen, als unschuldigin sittlicher Hinsicht, sind nicht Schiller's Schriften; man schenktsie der Jugend, sogar der weiblichen, und doch ist er ohne allechristliche Religion, und im Historischen, z, B. dreißigjährigenKrieg, sowohl ohne Religion, als ohne alle gründliche historischeWahrheit; da ihr Gegenstand aber theils ein Religionskrieg ist,so sinv schon sehr viele Leser aus Pietät gegen den großenSchiller um ihre Pietät gegen die Kirche gekommen, und somitum den Glauben an die Aussprüche des heiligen Geistes, derdie Kirche durch den Mund des heiligen Paulus eine Säuleund Grundveste der Wahrheit nennt. (1. Tim. 3, 15.) Wenndie Jünglinge erst fest in der Religion gegründet und durchtägliches Gebet und den Gebrauch der heiligen Sakramente gegenböse Einflüsse geschützt, wenigstens bewaffnet sind, können siesolcher Lectüre gefahrloser begegnen, womit jedoch keineswegs gesagtsein soll, daß man sie zu derselben entschieden veranlassen sollte,indem sie in jedem Falle durch dieselbe könnten in Versuchunggeführt werden, weil man ja doch nie einen entschiedenenMaßstab für den Grad ihrer festen Begründung haben kannEs wird daher immer das Sicherste bleiben, sie treu anzuhaltenzur gewissenhaften Erfüllung ihrer Religions- und Schulpflichten,und außerdem ihre Musestunden etwa mit Botanisiren undGartenbau, Mineralogie u. s. w. auszufüllen, jedoch immermit einiger Gründlichkeit. Auch bieten sich Handwerke, z. B.Drechsler u. s. w, hier vortrefflich dar.

Ich habe Dich in Frankfurt schon aufmerksam daraufgemacht, Deinen Bruder Louis zu bitten, seine Bücher zu sichnach Hause zu nehmen, und Herrn van der Meulen zu bitten,das Sammelsurium von Büchern, welche wie herrenlos untenim Schrank stehen, durchzumustern und zu ordnen, damit dasganz Verderbliche vernichtet, das Untaugliche verkauft werde, injedem Falle aber Alles verwahrt und verschlossen, was einst derLesebegierde Deiner Knaben ein heimlicher, und darum um so