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2 (1855) (1855)
Entstehung
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421
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LSI

eine zeitlang unter dem Kreuze, zu dessen Füßen ich hingcsunkengewesen, aufgerichtet umhergeschaut hatte. Als ich aber nunerschüttert und krank wieder niedersaß und der Mond sichverhüllte, traten unzählige Bilder der Schuld und Reue leuch-tend am Nachthimmel des Gewissens hervor; ich streckte dieHände nach irgend einem Trost. Ach, kann ich denn nirgendetwas Gutes zur Vergütung thun? so schrie ich krank in meinem

Herzen aus, und fühlte bald die Hand jenes Kindes in der

Meinigen, die mich vor vielen Jahren, so unschuldig nach demLichte fassend, am Rande des Verderbens erschüttert hatte. Du,liebe Sophie, setztest Dich zu Deinem armen, kranken undtraurigen Oheim, pflegtest und tröstetest ihn, ja erwiesest ihmLiebe und Vertrauen. Manchen Rath in mütterlicher Sorge inBezug auf Deine Knaben wünschtest Du von mir, und ichvermochte ihn nicht zu geben, und hätte ich ihn geben können,

so fehlte mir doch alles Recht, alle Würde dazu. Was ich aber

sagen konnte, nahmst Du gütig und geduldig auf, und so sagteich Dir:Gib ihnen daher, wo Du es her hast, in DeinerJugend und noch jetzt, von Deinem heiligen Schutzengel, vondem frommen, redlichen Marx und von der treusten Mutter, derkatholischen Kirche. - So mancherlei Gott verdankend undvon Gott erflehend, saßen wir schüchtern zusammen unter dem

Den 10. April. Ich begann wieder zu kränkeln, wieDu von Steinle hören kannst. So lange hat mich meinKränkeln hingehalten; ich bin noch nicht mit meiner General-beichte zu Stande. Darum bete, mein liebes Kind.

Gott erhöre uns! Gott segne meinen armen, guten Willen!

Dein

(Den lo. März begonnen und den to. April vollendet.)

Clemens.